Review: “V wie Vendetta”

Heute wird in Großbritannien unter dem Namen "Bonfire-Night" die Vereitlung des "Gunpowder-Plots" gefeiert. Inspiriert von dieser Geschichte, schuf der Zeichner Alan Moore 1982 die Figur "V", dessen Geschichte unter dem Titel "V wie Vendetta" als Comic veröffentlicht und im Jahre 2005 verfilmt wurde.

Heute wird in Großbritannien unter dem Namen “Bonfire-Night” die Vereitlung des “Gunpowder-Plots” gefeiert. Inspiriert von dieser Geschichte, schuf der Zeichner Alan Moore 1982 die Figur “V”, dessen Geschichte unter dem Titel “V wie Vendetta” als Comic veröffentlicht und im Jahre 2005 verfilmt wurde.

Remember, remember the fifth of November,
gunpowder, treason and plot,
I see no reason why gunpowder treason
should ever be forgot.

Heute wird in Großbritannien unter dem Namen “Bonfire-Night” die Vereitlung des “Gunpowder-Plots” gefeiert.  Am 5. November 1605 versuchte der Katholik Guy Fawkes den protestantischen König Jakob den I. zu töten, da dieser die Katholiken im Land unterdrückte. Fawkes und seine Mitverschwörer füllten die Keller unter dem britischen Parlamentsgebäude mit Schießpulver und wollten dieses zur Parlamentseröffnung, bei welcher der König zugegen war, in die Luft jagen. Kurz vor dem Beginn des Attentats wurden sie aber von der Parlamentswache entdeckt und der Anschlag konnte vereitelt werden. Am 30. Januar 1606 wurden sie allesamt, entsprechend der geltenden Strafe für Hochverrat, “gehängt, ausgeweidet und gevierteilt”. Nur Guy Fawkes konnte sich vor dieser Folter retten, indem er vom Richtpodest sprang und sich dabei das Genick brach.

Guy Fawkes (2. von rechts) und seine Mitverschwörer

Guy Fawkes (2. von rechts) und seine Mitverschwörer

Inspiriert von dieser Geschichte, schuf der Zeichner Alan Moore 1982 die Figur “V”, dessen Geschichte unter dem Titel “V wie Vendetta” als Comic veröffentlicht und im Jahre 2005 verfilmt wurde. Als Regisseure dienten die Schöpfer der Matrix-Trilogie, die Wachowski-Brüder.

Die Story: In ferner Zukunft herrscht in England die faschistische Partei Norsefire unter dem “Führer” Adam Sutler. Meinungsfreiheit und Demokratie sind abgeschafft. Andersdenkende und Minderheiten, wie Homosexuelle und Muslime, werden in Gefangenenlagern zusammengepfercht und gefoltert. Kunst und Musik sind als Meinungsäußerung weitgehend verboten. Die Partei wurde gewählt nachdem England kurz vor dem Eintritt in den 3. Weltkrieg zwischen Asien und Europa stand, welcher in Amerika zu einem Bürgerkrieg führte, und ein tödliches Virus immer mehr Menschen tötete. Norsefire versprach sich aus dem Krieg herauszuhalten und gewann die Wahl. Kurz danach entdeckte man ein Heilmittel für das Virus.

Der Widerstandskämpfer V, welcher sich inspiriert durch den Gunpowder-Plot unter einer Guy-Fawkes-Maske versteckt, kündigt am 5. November an, in einem Jahr das Parlamentsgebäude in die Luft zu sprengen und damit das Regime zu stürzen. Im Laufe des Jahres fallen ihm verschiedene Parteimitglieder zum Opfer. In der jungen Evey findet er eine Verbündete, welche von ihm fasziniert ist. Doch eines Tages wird sie von dem Regime gefangen genommen…

Hugo Weaving, bekannt als Agent Smith aus “Matrix” und als Elrond aus “Herr der Ringe”, verkörpert V als anarchistischen, kunstliebenden Menschen, der für die Freiheit nicht einmal vor Mord halt macht. Als Gegenpart dient Natalie Portman, bekannt geworden als Prinzessin Amidala in “Star Wars”(eine Rolle die sie durch diesen Film loswerden wollte und deshalb sogar zustimmte sich für den Film die Haare abscheren zu lassen) und “Black Swan”, die V zu Beginn noch von seinen Plänen abhalten will, später aber mehr und mehr von ihm überzeugt ist und sich schließlich seinem Kampf anschließt. Beide überzeugen in ihren Rollen und helfen zusammen mit weiteren Nebendarstellern den Wachowski-Brüdern dabei, eine erschreckend realistische Darstellung einer autoritären Diktatur zu schaffen. Und genauso realistisch wird der wachsende Unmut in der Bevölkerung, welcher durch V geschürt wird, dargestellt. Während man zu Beginn des Films zweifelt dass V dieses fest verankerte Regime überhaupt stürzen kann, wird zum Ende hin immer deutlicher wie ein solches totalitäres System wie ein Kartenhaus zusammenbrechen kann.

Auf jeder Demonstration zu finden: V's Guy-Fawkes-Maske (1)

Auf jeder Demonstration zu finden: V's Guy-Fawkes-Maske (1)

Die Botschaft des Films ist klar: Alle Macht geht letztendlich vom Volk aus. Nicht umsonst wurde der Film auf seinen Plakaten mit folgendem Zitat V’s beworben:

“Ein Volk sollte keine Angst vor seiner Regierung haben, eine Regierung sollte Angst vor seinem Volk haben.”

Und diese Botschaft bringt dieser Film perfekt herüber. Auch wenn die Gewalt welche V anwendet vielleicht nicht das beste Beispiel ist, kann man diesen Film als Lehre für alle totalitären Systeme dieser Welt benutzen. Hört auf euer Volk, am Ende stürzt es euch sowieso. Nicht umsonst ist die im Film verwendete Guy Fawkes-Maske inzwischen zum Symbol der Internet-Guerilla “Anonymous” und der weltweiten “occupy”-Protestbewegung geworden. Und wer sich Anfang des Jahres näher mit dem arabischen Frühling befasst hat, dem wird die Maske auch häufiger während der Demonstrationen aufgefallen sein.

Übrigens: Die Leibwache der Königin hat noch heute die Aufgabe vor jeder Parlamentseröffnung (welche von der Königin vollzogen wird), die Keller unter dem Parlament nach Schießpulver zu durchsuchen. Eine traditionelle Furcht also.

(1) Urheber: Kashfi Halford, CC-BY-2.0, Quelle