Terry Gilliam – Der Regisseur den alle wollten und keiner nahm

Als eines der Gründungsmitglieder der britischen Comedy-Gruppe Monty Python trat er nie wirklich in den Vordergrund. Er war eher jemand der hinter den Kulissen die Fäden zog und seine Ideen umsetzen wollte, weshalb er auch die Rolle des Regisseurs innerhalb der “Plödelgruppe” einnahm. Es ist wohl seiner Regiearbeit bei “Die Ritter der Kokosnuss” und “Das Leben des Brian” zu verdanken, dass Monty Python mit diesen Filmen Weltruhm erlang.

Terry Gilliam

Als eines der Gründungsmitglieder der britischen Comedy-Gruppe Monty Python trat er nie wirklich in den Vordergrund. Er war eher jemand der hinter den Kulissen die Fäden zog und seine Ideen umsetzen wollte, weshalb er auch die Rolle des Regisseurs innerhalb der “Plödelgruppe” einnahm. Es ist wohl seiner Regiearbeit bei “Die Ritter der Kokosnuss” und “Das Leben des Brian” zu verdanken, dass Monty Python mit diesen Filmen Weltruhm erlang.

Geboren wurde er, als einziges Mitglied der Komikergruppe, außerhalb Großbritanniens, und zwar am 22.11.1940 in Minnesota (USA). Nachdem er in Los Angeles Politikwissenschaften studierte, nahm er einen Job als Zeichner des Magazins Help! in New York an. Hier lernte er John Cleese kennen, der für das BBC die USA bereiste. Dieser organisierte Gilliam 1967 einen Job beim BBC, weshalb er nach England umzog. Hier traf er vier andere Freunde von John Cleese: Eric Idle, Graham Chapman, Terry Jones und Michael Palin. Die 6 freundeten sich schnell an, 1969 gründete man die Gruppe “Monty Python”.

Zuerst war Gilliam als Autor der Sketche eingeteilt. Als man aber begann ganze Kinofilme zu drehen, übernahm er zusammen mit Terry Jones den Platz des Regisseurs. Ihr erster Film “Die Ritter der Kokosnuss wurde 1975 ein voller Erfolg und brachte Gilliam auch außerhalb der Gruppe die Möglichkeit sich seinen Lebensunterhalt als Regisseur zu verdienen. 1979 folgte der größte Erfolg der Pythons, “Das Leben des Brian”, diesmal unter alleiniger Regie von Gilliam.

Nachdem seine eigenen Filme “Time Bandits” (1981) und “Brazil” (1985) wahre Kassenschlager wurden, blieb Gilliam auch nach dem Ende Monty Pythons 1983 ein vielgefragter Regisseur. 1988 verfilmte er “Die Abenteuer des Baron Münchhausen”, welcher aber hinter den inzwischen hohen Erwartungen zurückblieb. Daran konnte selbst Robin Williams als Mondkönig nichts ändern. Gilliam war nun gezwungen Aufträge anzunehmen und seine eigenen Ideen zurückzustellen.

Doch er arbeite sich zurück. 1991 erschien “Der König der Fischer” mit Jeff Bridges, 1995 dann sein größter kommerzieller Erfolg: 12 Monkeys. In diesem Film spielte unter anderem Brad Pitt (der noch gänzlich unbekannt war) neben Bruce Willis (der für die Chance mit Gilliam zu arbeiten auf einen Großteil seines Gehalts verzichtete) die Hauptrolle. 1998 folgte mit “Fear and Loathing in Las Vegas” die erste Zusammenarbeit mit Johnny Depp.

2000 wollte Gilliam sich endlich wieder seinen eigenen Projekten widmen. Doch die Dreharbeiten zu dem Film “The Man who killed Don Quixote” endeten in einem Desaster. Ein naher NATO-Flughafen störte mit seinem Fliegerlärm ebenso die Dreharbeiten wie plötzliche Wetterumbrüche. Als einer der Hauptdarsteller zudem erkrankte, brach man die Dreharbeiten ab. Erst 2005 veröffentlichte Gilliam seinen nächsten Film. “Brothers Grimm” war die erste Zusammenarbeit mit dem Australier Heath Ledger. Obwohl der Film von den Kritikern zerrissen wurde, entwickelte er sich an den Kinokassen zu einem Erfolg.

2007 begannen die Dreharbeiten zu seinem bisher letzten Film. “Das Kabinett des Dr. Parnassus” war die zweite Zusammenarbeit mit Heath Ledger. Leider verstarb der junge Schauspieler mitten in den Dreharbeiten. Da viele Szenen noch nicht abgedreht waren mussten die Aufnahmen unterbrochen und Ersatz gefunden werden. Diesen fand man schließlich in Johnny Depp, Jude Law und Colin Farrell. Heath Ledger erhielt später für seine Rolle als Joker in The Dark Knight, für die er bereits alle Szenen gedreht hatte, einen Oscar.

Obwohl Gilliam viele Filme gedreht hat, ist sein Ruf bei den großen Firmen wie Warner Bros. nicht der beste. Viele Drehbuchautoren wünschten sich Gilliam als Regisseur für ihre Filme, die Produzenten verwehrten ihnen meist diesen Wunsch. Er gilt als Exzentriker, der stets alles genau nach seinen Vorstellungen realisieren möchte und dabei selten Rücksicht auf ein gutes Kosten/Gewinnverhältnis nimmt. Joanne K. Rowling ist ein großer Fan seiner Arbeit und wollte dass er die Verfilmung ihrer Romane übernimmt, sie musste aber schließlich Warner Bros. nachgeben und Chris Columbus akzeptieren. Gilliam äußerte sich über dessen Version Harry Potters wie folgt:

„Ich wäre der perfekte Mann für Harry Potter gewesen. Ich verließ das Treffen [mit den Produzenten], stieg in mein Auto und fuhr für etwa zwei Stunden wütend den Mulholland Drive entlang. Ich meine, Chris Columbus’ Version ist fürchterlich. Einfach stumpfsinnig“

Gilliam war ebenso der Wunschregisseur für “Der goldene Kompass” sowie “Charlie und die Schokoladenfabrik”, wurde aber auch hier von den Produzenten nicht akzeptiert. Die angebotene Regiearbeit für den Superheldenfilm “Watchmen” lehnte Gilliam jedoch selber ab. Er glaubte nicht dass man die Story in einem Film abhandeln könnte.

Dieser Mann ist eine faszinierende Persönlichkeit. Seine Filme sind stets eine Augenweide, die Ideen welche in seinem Kopf vorhanden sind, scheinen die verrücktesten Ausmaße zu haben, was vor allem in “Das Kabinett des Dr. Parnassus” bemerkbar ist. Und falls er seine Ideen nicht umsetzen kann, dann übernimmt er die Regie auch nicht. Das ist eine Einstellung die nicht jeder Regisseur hat. Dabei hätte sie uns so viele seelenlose Filme erspart…

Der Yeti