Phil Collins – Eine Legende wird 60

True Colors, Another Day in Paradise, You’ll be in my Heart, Wish it would rain down, Against all Odds…die Liste von bekannten Phil Collins Liedern ist schier endlos. Heute wird der weltbekannte Musiker 60, ein guter Grund um einen genaueren Blick auf die Karriere dieses außergewöhnlichen Mannes zu werfen.

Phil Collins

True Colors, Another Day in Paradise, You’ll be in my Heart, Wish it would rain down, Against all Odds…die Liste von bekannten Phil Collins Liedern ist schier endlos. Heute wird der weltbekannte Musiker 60, ein guter Grund um einen genaueren Blick auf die Karriere dieses außergewöhnlichen Mannes zu werfen. Mit über 100 Mio. verkauften Platten bis zum Jahr 2002 gilt er als einer der erfolgreichsten Solokünstler des 20. Jahrhunderts, und das parallel zu seiner ebenfalls sehr erfolgreichen Karriere mit der Band Genesis.

Dabei werden wir aber eher einen Blick auf den Solokünstler werfen, da wir die Geschichte von Genesis bereits in einem älteren Artikel beleuchtet haben, den ihr euch hier gerne durchlesen könnt. Ganz ohne die Band wird es hier jedoch nicht gehen, da es ohne Genesis wohl keinen so erfolgreichen Phil Collins gegeben hätte.

Collins wurde am 30. Januar 1951 im Londoner Stadtteil Chiswick geboren und begann bereits mit 5 Jahren Schlagzeug zu spielen. Obwohl er während seiner Schulzeit den Traum hatte Schauspieler zu werden, hörte er nicht auf sich auf die Musik zu konzentrieren. Nach der Mitgliedschaft in diversen Schülerbands, erhielt er 1969 seinen ersten Plattenvertrag mit der Band “Flaming Youth”, die sich aber bereits im selben Jahr aufgrund interner Streitigkeiten auflöste und Collins deshalb dazu zwang sich neu zu orientieren.

Dabei kam ihm eine Annonce in der Zeitung nicht ungelegen, in welcher nach einem “empfindsamen Schlagzeuger” gesucht wurde. Beim Vorspielen stellte sich die suchende Band als Genesis, angeführt von ihrem damaligen Frontmann Peter Gabriel heraus. Collins konnte die Gruppe überzeugen und wurde 1970 im Alter von 19 Jahren ihr 5. Mitglied. Bereits das nächste Album der Band wurde ein großer Erfolg, jedoch verließ Gabriel die Band im Jahr 1974 und schien die Band damit in eine tiefe Krise zu stürzen, die sich am Ende aber wiederum als Glücksfall herausstellen sollte. Nach einer langwierigen Suche nach einem neuen Lead-Sänger fiel der Band auf, dass ihr Schlagzeuger, der bereits in einigen Genesis-Hits den Hintergrundgesang übernahm, sich perfekt als Sänger und neuer Frontmann eignete.

Somit wurde Phil Collins neuer Chef von Genesis und startete mit der Band einen steilen Aufstieg nach oben. Durch den Wechsel von Progressive Rock zum Mainstream-tauglichen Poprock konnte man in kurzer Zeit viele neue Fans gewinnen. Mit den Alben “Duke” (1980), “Abacab” (1981), “Genesis” (1983), “Invisible Touch” (1987) und “We can’t dance” (1991), stürmten Genesis die internationalen Charts.

Parallel zu Genesis Erfolgen baute Phil Collins auch eine Solokarriere auf. Bereits 1981 veröffentlichte er sein erstes Soloalbum “Face Value”. Das Album, sowie das Nachfolge-Album “Hello, I must be going”, standen unter dem auffälligen Einfluss seiner damaligen Eheprobleme und waren dementsprechend düster und melancholisch. Seine erste Single “In the Air Tonight” war bereits ein durchschlagender Erfolg, der Schlagzeugeinsatz ab Mitte des Songs machte diesen zur Legende:

http://www.youtube.com/watch?v=x7Ao17chnB0

Von diesem düsteren Ton entfernte sich Collins innerhalb seiner nächsten Alben immer weiter und richtete sein Augenmerk eher auf politische und soziale Themen wie Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit und Kriminalität. Diese Richtung steht in Kontrast zu den eher “lustigen” Stücken seiner Band Genesis. Mit dem Titel “Another Day in Paradise” spricht er sich deutlich gegen die mangelnde Hilfsbereitschaft gegenüber mittellosen Menschen und Obdachlosen aus:

Anfang der 90er Jahre nahm Collins Erfolg ab, seine Alben verkauften sich immer schlechter, 1996 verließ Collins schließlich Genesis um sich verstärkt auf seine Solo-Karriere konzentrieren zu können. Obwohl dies nicht dazu reichte seiner Karriere neuen Schub zu geben und die Albumverkäufe anzukurbeln, wurde Collins immer beliebter in Sachen Live-Auftritte. Ein zweites Standbein erschloss er sich unter anderem als Produzent für Künstler wie Eric Clapton und als Unterstützer für Disneys Filmmusik. Die bekannteste Kreuzung von Collins und Disney ist wahrscheinlich die Filmmusik zum 1999 erschienen “Tarzan”, welche von Collins auch in Deutsch, Französisch, Spanisch und weiteren Sprachen eingesungen wurde. Allen voran steht hier wahrscheinlich der Titel “You’ll be in my heart”, auf Deutsch “Dir gehört mein Herz”:

2002 veröffentlichte er das Album “Testify”, welches in Sachen Verkaufszahlen weiter hinter den Erwartungen zurückblieb. 2007 gingen er und seine ehemaligen Genesis-Kollegen noch einmal zusammen auf Tournee, nach einer Halswirbeloperation im Jahr 2009 musste Collins jedoch das Ende seiner Livekarriere bekanntgeben, da er starke Taubheitsgefühle in seinen Händen verspürte und nicht mehr in der Lage war Schlagzeug zu spielen (ein Instrument was immer noch ein großer Bestandteil seiner Auftritte war). 2010 veröffentliche er schließlich sein bisher letztes Album “Going Back”, ein reines Jazz-Album. Ein solches zu veröffentlichen plante er bereits in den 80er Jahren, fand aber nie die ausreichende Zeit dazu.

Insgesamt veröffentlichte Collins bis zum heutigen Tag 8 Alben, unzählige Kompilations und Singles, ist 500-facher Millionär und gilt als einer der einflussreichsten Musiker der 80er Jahre. Ohne ihn wäre die Welt wohl um einige wunderschöne Titel ärmer und auch Genesis wären wohl nie so erfolgreich gewesen wie sie es einst waren. In diesem Sinne:

Danke Phil und alles Gute zum Geburtstag!

Der Yeti

Alles Gute!