„Nicht der Krieg, der Frieden ist der Vater aller Dinge.“

Bekannt ist er nicht nur als vierter Bundeskanzler der BRD, vor allem aber für den Kniefall von Warschau, der einen besonderen Punkt in seinen Bemühungen um eine entspannte Ostpolitik darstellte. Jener Politik der kleinen Schritte zur Vertrauensbildung mit den Staaten des Warschauer Paktes, die Willy Brandt letztendlich den Friedensnobelpreis einbrachte, verkündet am 20. Oktober 1971.

Bekannt ist er als vierter Bundeskanzler der BRD, vor allem aber für den Kniefall von Warschau, der einen besonderen Punkt in seinen Bemühungen um eine entspannte Ostpolitik darstellte. Jener Politik der kleinen Schritte zur Vertrauensbildung mit den Staaten des Warschauer Paktes, die Willy Brandt letztendlich den Friedensnobelpreis einbrachte, verkündet am 20. Oktober 1971.

Willy Brandt (* 18. Dezember 1913), ursprünglich Herbert Ernst Karl Frahm, hatte ein wechselvolles Leben. Schon früh wurde er angefeindet für die Tatsache, dass er ein uneheliches Kind war, zu dieser Zeit für viele immer noch ein Makel, was  nach eigenen Worten “einen Stachel in sein Fleisch pflanzte”. Er war zunächst Teil der Sozialistischen Deutschen Jugend – Die Falken, wurde 1930 Mitglied der SPD, mit der er sich aber schon bald wieder zerstritt. In der Zeit des Nationalsozialismus reiste er nach Norwegen aus, kehrte aber drei Jahre später wieder zurück, um als Kriegsberichterstatter tätig zu sein. Nach seiner Ausbürgerung 1938 musste er die Kriegszeit im Exil verbringen, einmal wurde er sogar von den in Norwegen einmarschierten deutschen Truppen verhaftet, jedoch nicht enttarnt und konnte so nach seiner Freilassung nach Stockholm fliehen. Dort wurde er auch verstärkt journalistisch tätig, kehrte aber immer wieder nach Deutschland zurück, um beispielsweise von den Nürnberger Prozessen zu berichten.

Nachdem auch die schleswig-holsteinische Landesregierung ihm wieder die deutsche Staatsbürgerschaft anerkannte, begann 1949 seine politische Karriere, die ihn weltbekannt machen sollte. Von 1949 an war er mit Unterbrechungen bis zu seinem Tod 1992 Mitglied im Bundestag, insgesamt 31 Jahre lang. 1957 wurde er Regierender Bürgermeister von Berlin, ein Amt, dass er auch zur Zeit des von ihm stets verurteilten Mauerbaus noch innehatte, und das ihm viele Sympathien für sein entschlossenes Handeln eintrug. Bekannt wurde er dabei vor allem für seine Begrüßungsrede für John F. Kennedy, dessen Worte “Ich bin ein Berliner” weltweite Berühmtheit erlangten.

Nach vielen Irrungen und Wirrungen wurde er schließlich 1969 Bundeskanzler der BRD – die Zeit der Ostpolitik begann. Während seine innenpolitischen Ziele für mehr Demokratie aufgrund der Ölkrise nur teilweise verwirklicht werden konnten, war er außenpolitisch sehr erfolgreich. In zahllosen kleinen Schritten erreichte er schließlich die Versöhnung mit dem Osten, Friedensverträge mit Moskau und Warschau waren die Grundlage für eine Verstärkung der Kommunikation mit der DDR. 1970 jubelten ihm zahllose Menschen bei seinem Besuch in Erfurt zu – die Legende war geboren. Im selben Jahr dann der weltweit beachtete Kniefall von Warschau – und so kam der Friedensnobelpreis. Ein Preis, den er trotz aller Anfeindungen von Seiten der CDU/CSU, wirklich verdient hatte.

“Abbau der Spannungen, Zusammenarbeit der Völker, Reduzierung der Truppen und Kontrolle der Rüstungen, Partnerschaft mit den bisher Benachteiligten, gemeinsamer Schutz gegen die gemeinsame Gefahr des Untergangs – das muss möglich sein, daran müssen wir arbeiten.”

Die Worte Willy Brandts zur Verleihung des Preises unterstrichen seine hohen Ziele, Frieden mit dem Osten zu erreichen, und so vielleicht auch ein bisschen mehr Frieden für die Welt. Vielleicht sogar ein Schritt in Richtung Wiedervereinigung, selbst wenn damals natürlich niemand daran dachte. Schließlich war es letztendlich auch den mittlerweile deutlich besseren Beziehungen zu Moskau zu verdanken, dass 1990 die Einheit erreicht werden konnte.

Willy Brandt war kein perfekter Mensch, auch er selbst hat zugegeben, Fehler begangen zu haben, dennoch war er einer der Großen. Einer, der trotz seiner Verfehlungen wirklich viel erreicht hat. Er hat Deutschland vorangebracht und geprägt, und er hat sich aktiv für den Frieden eingesetzt. Er hat den Friedensnobelpreis wirklich verdient – der 20. Oktober 1971 war ein guter Tag.

Das Biest