Aufstand in Ägypten: Massiver Gewaltausbruch

Auch die ägyptische Bevölkerung begehrt gegen ihren despotischen Machthaber Mubarak auf. Stürzt nach Ben Ali in Tunesien nun auch der nächste Diktator? Mubarak schlägt jedenfalls mit aller Härte zurück. In Ägypten scheinen im Moment kriegsähnliche Zustände zu herrschen….

Ägyptische Demonstranten trefen auf die Polizei

Kairo, Suez, Alexandria: aus allen Teilen des nordafrikanischen Landes hört man momentan Meldungen über einen massiven Gewaltausbruch während der Proteste gegen die aktuelle Regierung unter Mohammed Husni Mubarak. Inspiriert von der erfolgreichen Aufständen gegen Diktator Ben Ali Anfang Januar in Tunesien hat nun auch die ägyptische Bevölkerung mit dem Versuch begonnen ihren Staatschef, der das Land seit 31 Jahren diktatorisch regiert, zu stürzen. Mubarak und die Polizei reagieren auf die massiven Proteste mit brutaler Gewalt.

In der Hauptstadt Kairo besetzten etliche Demonstranten eine zentral gelegene Brücke und vertrieben mehrere gepanzerte Polizeiwagen. Nach wenigen Minuten kehrte die Polizei jedoch zurück und lässt nun unzählige Tränengasgranaten über die Demonstranten regnen. Eine lokale Reporterin vergleicht die Szenerie mit einer Kriegszone, mehrere Demonstranten werden mit blutenden Augen in Sicherheit gebracht.

In der Hafenstadt Alexandria stehen mehrere Regierungsgebäude in Flammen, Sirenengeheul liegt über der Stadt. Am schlimmsten sind jedoch die Zustände in Suez: auf den Straßen liefern sich Demonstranten und Polizei eine riesige Schlacht, vor wenigen Minuten wurde von einem ersten Toten berichtet, welcher von den Demonstranten wie ein Märtyrer durch die Stadt getragen wird. Die Polizei rächt ihre angezündeten Einsatzwagen indem sie wahllos mit selbigen in die wütende Menge rast. Von Staatspräsident Mubarak haben Militär und Polizei inzwischen außerdem die Erlaubnis erhalten willkürlich von ihren Schusswaffen Gebrauch zu machen. Das Internet und die Telefonnetze wurden fast vollständig abgeschalten um die Proteste, die überwiegend über Facebook und Twitter organisiert wurden, einzudämmen.

Der erst gestern ins Land zurückgekehrte Oppositionspolitiker und Friedensnobelpreisträger Mohammed ElBaradei, der von vielen als neuer Staatschef im Falle eines Sturzes von Mubarak gehandelt wird, wurde nach seinem Morgengebet von der Polizei abgefangen und unter Hausarrest gestellt. Trotz aller gewalttätigen Ausschreitungen gibt es aber auch friedliche Proteste: in Kairo haben mehrere hundert Demonstranten ein Gebet angestimmt und damit eine gesamte Hauptstraße blockiert. Un-Generalsekretär Ban Ki Moon kritisierte inzwischen im Namen der Vereinten Nationen die Anwendung von Gewalt durch die Polizei und die Abschaltung des Internets.

Die weitere Entwicklung ist noch völlig offen. Macht die Polizei von ihrem Schussrecht Gebrauch und verursacht damit noch mehr Blutvergießen? Wird es der Bevölkerung gelingen Mubarak zu stürzen? Schließt sich Ägypten Tunesiens Marsch in Richtung wahre Demokratie an und folgen den beiden noch mehr arabische Länder? Wir halten euch auf dem Laufenden.

Der Yeti

Demonstranten zerstören ein Plakat Mubarak's

  • http://rhein-main.es rhein-main

    Jetzt geht es los. Die Unruhen greifen auch auf Ägypten und den Jemen über. In der Hauptstadt Sanaa haben Tausende Menschen gegen die Regierung und soziale Ungerechtigkeit demonstriert. Bislang verlaufen die Kundgebungen friedlich. In Ägypten gbit es allerdings Gewaltausbrüche. Erst Tunesien, dann Ägypten und jetzt der Jemen. Die Ursachen sind hier wohl auch haptsächlich in der Armut der Menschen zu suchen. Die Hälfte der Menschen im Jemen muss mit 2 Dollar am Tag auskommen. Ein Drittel der Menschen hat Hunger. Wenn die Menschheit erkennt, dass die Armut ein großer Motivatior für die Terroristen ist und dann etwas dagegen macht, dann wird auch der Terror zurückgehen.