Aung San Suu Kyi – Hoffnung in Birma

Endlich: die burmesische Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi ist frei. Nach 7 Jahren Hausarrest durfte sie ihr Haus heute das erste Mal seit 2003 verlassen und sich ihren Anhängern zeigen. Sie hat 15 der der letzten 21 Jahre entweder im Gefängnis oder unter Hausarrest verbracht.

Suu Kyi am Tor ihres Hauses

Endlich: die burmesische Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi ist frei. Nach 7 Jahren Hausarrest durfte sie ihr Haus heute das erste Mal seit 2003 verlassen und sich ihren Anhängern zeigen. Sie hat 15 der der letzten 21 Jahre entweder im Gefängnis oder unter Hausarrest verbracht. Die Militärjunta Birmas sieht in ihr den Kopf des Widerstands gegen das Militärregime und hat jeden Gelegenheit genutzt um sie festsetzen zu können. Erst letztes Jahr verlängerte man Suu Kyis Hausarrest um 18 Monate nachdem ein US-Amerikaner unerlaubt in ihr Haus eindrang. Diese 18 Monate endeten heute, und entgegen einiger Vermutungen verlängerte die Junta den Arrest nicht erneut und verkündete am Samstagmorgen das Ende ihrer Gefangenschaft. Suu Kyi kündigte den vor ihrem Haus wartenden Anhängern an, morgen die Parteizentrale ihrer Oppositionspartei “Nationale Liga für Demokratie” (NLD) zu besuchen. Zudem sagte sie:

“Das Volk muss geschlossen zusammenarbeiten. Nur so können wir unser Ziel erreichen. Wir haben noch eine Menge zu tun.”

Suu Kyi

Damit machte sie deutlich ihren Widerstand gegen das Militärregime fortzusetzen. Birma wird seit 1962 von verschiedenen Militärs regiert. Als Suu Kyis demokratische Partei NLD 1990 bei den Wahlen einen erdrutschartigen Sieg errang, verweigerten die Militärs die Anerkennung der Wahl. Im Vorfeld der Wahlen war Suu Kyi das erste Mal unter Hausarrest gestellt worden, welcher bis 1995 andauerte. Während dieses Arrests wurde ihr 1991 auch der Friedensnobelpreis verliehen. In den Jahren 2000 bis 2002 und schließlich 2003 bis 2010 wurde sie erneut unter Hausarrest gestellt. Auch der Aufstand der buddhistischen Mönche 2007 konnte nicht ihre Freilassung erwirken.

Zu den letztwöchigen Wahlen (die ersten seit 1990) waren weder sie noch ihre Partei zugelassen. Die Wahlen stehen unter massivem Manipulationsverdacht. Als Wahlsieger ging eine der Militärjunta nahestehende Partei hervor, sie gewann in beiden Kammern die absolute Mehrheit.

Wie lange Suu Kyi diesmal ihre Freiheit genießen kann und ob sie der Demokratiebewegung in Birma zum Sieg verhelfen kann ist ungewiss. Die militärischen Machthaber werden ihr wahrscheinlich nicht lange zusehen, während sie das Volk hinter sich versammelt. Hoffen wir, dass sie durchhält und die Militärs nicht zu schlimmeren Mitteln als Hausarrest greifen falls sie es in ihren Augen zu weit treibt.

Der Yeti