Das Leid der Millionen – Warum so viele Menschen hungern müssen

925 Millionen Menschen bekommen täglich nicht genug zu essen, eine unvorstellbare hohe Zahl. Doch trotz des Millenniumsbeschlusses der UN, den Hunger zu reduzieren, verbessert sich die Situation kaum. Ein Bild des Leids.

925 Millionen Menschen auf der Welt bekommen täglich nicht genug Nahrung. 925 Mio, das sind fast 1 Milliarde Menschen, mehr als die zehnfache Bevölkerung Deutschlands, zweimal so viele Menschen wie in der gesamten EU leben. Eine schier unvorstellbare Zahl. Aber eben doch nur eine Zahl, die wenig aussagt, über all das, was dahintersteht. Über Millionen von Schicksalen von Menschen, die leiden und oft nicht einmal eine Chance haben, dem Elend, der Armut und dem Hunger zu entkommen.

Im Jahr 2000 hatten sich die Vereinten Nationen in ihren Millenniumszielen die Aufgabe gestellt, bis 2015 unter anderem die Zahl der Hungernden weltweit zu halbieren. 10 Jahre sind seitdem vergangen, ein Grund, den heutigen Welternährungstag zu nutzen, um zu sehen, was aus den Zielen geworden ist. Wirklich verbessert hat sich die Situation nicht. Im Gegenteil, die Zahl der weltweit Hungernden liegt höher als 1996, als man beschloss, die Dimension des Problems zu halbieren.

Doch warum geht es den Menschen so schlecht, warum müssen Millionen von uns weltweit hungern?

Die Gründe dafür sind vielfältig. Begonnen hat das Ganze schon mit dem Kolonialismus, als der europäische Imperialismus sich überall in Südamerika, Afrika und Asien breit machte. Ignoranz gegenüber den Einheimischen, Landdiebstahl und gewaltsame Niederschlagung von Protesten waren oft genug an der Tagesordnung. In den 1950er, 60er und 70er Jahren wurden dann die ehemaligen Kolonien reihenweise unabhängig. Zu diesem Zeitpunkt existierte dort oftmals schon eine gewisse Infrastruktur und Wirtschaft, so ziemlich das Einzige, was die Exkolonien ihren Exherren zu verdanken haben.

Und hier begannen die Fehler der unabhängig gewordenen Staaten. Korruption und Machtmissbrauch waren von nun an die Schlagwörter, ganz besonders in Afrika. Bürgerkriege, Diktaturen, Ausbeutung der Ressourcen und Aufrüstung von Militär und Industrie ohne Rücksicht auf die Not der Bevölkerung, führten zahlreiche Länder schließlich endgültig auf den Weg in die Armut, jedes auf seinen Weg.

Früher oder später folgt normalerweise immer eine Besserung. Der längste Krieg hat ein Ende, irgendwann wird alles besser. Vielleicht ist für viele diese Staaten diese Wende einfach noch nicht erreicht. Vielleicht aber hat auch noch ein weiterer Faktor zum Elend beigetragen. Die Globalisierung. Ob es nun die Ausbeutung der afrikanischen Rohstoffressourcen ist, die Spekulationen auf Lebensmittelpreise, eine der unfairsten Börsenhandelsformen überhaupt, oder aber das Landgrabbing, bei dem Großkonzerne riesige Landflächen über lange Zeiten pachten und so zahllosen Kleinbauern die Lebensgrundlage entziehen, die weltweite Vernetzung der Wirtschaft hat den Entwicklungsländern nicht viel Gutes gebracht. Ein bisschen Modernisierung, ein bisschen Wirtschaft, doch für die meisten Menschen dort hat sich die Lage eher noch verschlechtert.

Alle Gründe für das Elend der Armut und des Hungers zu finden, ist wahrscheinlich unmöglich. Aber vielleicht ist das auch nicht das Wichtigste. Viel wichtiger ist es, Lösungen zu finden, wie man den Menschen wirklich effektiv helfen kann. Wenn jedes Jahr 9,7 Millionen Kinder an Mangelernährung und behandelbaren Krankheiten sterben, dann ist es mehr als höchste Zeit zu handeln.

Entwicklungshilfe in all ihren Formen lautet die Devise. Ein Verbot von Landgrabbing und Lebensmittelpreis-Spekulationen, Förderung von ertragreicher wie ökologischer und damit dauerhafter möglicher Landwirtschaft, Bildung, medizinische Versorgung, es gibt unendlich viel zu tun. Vielleicht auch zu unserem eigenen Interesse. Man braucht sich nicht zu wundern oder gar zu ärgern, wenn jedes Jahr unzählige Afrikaner nach Europa kommen, wenn sie in ihrem Leben dort keine Chance mehr sehen. Natürlich kann man sie nicht alle bei uns aufnehmen, doch mindestens Verständnis für ihre Not und Hilfe beim Aufbau ihrer Heimat kann man erwarten.

Den Hunger und die hohe Kindersterblichkeit weltweit zu bekämpfen, das ist ein unglaublich wichtiges Ziel, das man niemals aus den Augen verlieren sollte. Jeder Mensch hat das Recht auf ein menschenwürdiges Leben, das sollten wir nicht vergessen.

Das Biest

  • Anonymous

    Da gehts unseren Hartz IV Empfängern doch hervorragend…

  • Das Biest

    Der Vergleich ist einfach nur unsinnig. Natürlich geht es unseren Hartz IV Empfängern gottseidank deutlich besser, immerhin sterben sie nicht an Hunger, aber man kann das nicht in Vergleich setzen. Immerhin sind wir ein sozialer Staat, ein hochentwickeltes Industrieland, da sollte es unserer Bevölkerung auch entsprechend gut gehen.