Der Despot gibt auf – Mubarak erklärt seinen Rücktritt

Mubarak hat aufgegeben: der Despot verkündete endlich seinen Rücktritt

Sieg!

Es ist geschafft. Nach mehreren Wochen voller Massenproteste, Plünderungen und Gewaltausbrüchen hat Husni Mubarak endlich seine aussichtslose Lage eingesehen und um 17 Uhr durch seinen Vizepräsidenten seinen Rücktritt verkünden lassen. Die Bevölkerung Ägyptens befindet sich im Freudentaumel, die Anspannung der letzten Tage scheint verflogen.

Noch gestern hat Mubarak während einer Fernsehansprache einen vorzeitigen Rücktritt kategorisch ausgeschlossen und damit seine Bevölkerung und die Weltöffentlichkeit geschockt. Während des ganzen Tages wurde sogar von Seiten der Regierung das Gerücht von einem bevorstehenden Rücktritt Mubaraks verbreitet, bis zum Abend sammelten sich über 200.000 Menschen auf dem Tahir-Platz in Kairo um auf die Ansprache des Präsidenten zu warten. Nachdem diese so enttäuschend endete, kündigten die wütenden Demonstranten für den heutigen Tag noch massivere Proteste an.

Und so kam es. Bereits am Vormittag sammelten sich wieder unzählige Menschen am Tahir-Platz. Doch heute war eines anders: die Demonstranten marschierten auch auf den Palast des Präsidenten zu, welchen sie am frühen Nachmittag erreichten. Der Präsident selber schien vorbereitet und verließ seinen Amtssitz bereits um 12 Uhr per Hubschrauber Richtung Sharm El-Sheikh. Dies hielt die Demonstranten nicht davon ab ihren inzwischen landesweiten Protest fortzuführen. Die Armee sicherte zwar wichtige Regierungsgebäude wie eben auch den Präsidentenpalast, griff aber nicht gegen die Demonstranten ein.

Dann 17 Uhr die plötzliche Wendung, Vizepräsident Suleiman lässt verkünden:

“Unter diesen schwierigen Umständen, die das Land derzeit durchmacht, hat Präsident Husni Mubarak entschieden, das Amt des Präsidenten niederzulegen. Er hat das Militär damit beauftragt, die Amtsgeschäfte zu führen.”

Innerhalb weniger Minuten verbreitet sich die Nachricht wie ein Lauffeuer im Land, das Volk hat seinen Despoten vertrieben. Doch was nun? Die Mitteilung Suleimans lässt darauf schließen, dass die Regierungsgewalt nicht auf Suleiman selber, sondern auf das Militär übergeht, Damit liegt die Zukunft Ägyptens nun in den Händen der Armee. Wie wird sie sich entscheiden? Nutzt sie ihre neue Macht weise und führt Ägypten zu wahrer Demokratie und Meinungsfreiheit? Oder missbraucht sie die Macht und bringt den nächsten Despoten hervor? Auch Mubarak war Mitglied des Militärs, sein Vorgänger ebenso. Wiederholt sich nun die Geschichte? Diese Frage ist offen und wird sicher nicht in den nächsten Stunden zu klären sein. Im Moment überwiegt die Freude über den Rücktritt Mubaraks verständlicherweise noch die Sorge um die Zukunft.

Es bleibt zu hoffen, dass die Ägypter ihren Weg zur Demokratie finden werden. Ob der schwierigste Teil dieses Weges geschafft ist oder ob er noch vor ihnen liegt ist nun die Entscheidung der Militärs.

Trotzdem:

Herzlichen Glückwunsch, Ägypten!

Der Yeti

Brachten Mubarak endlich zu Fall: Hunderttausende Demonstranten auf dem Tahir-Platz