Der Tod des Muammar al-Gaddafi

Muammar al-Gaddafi ist tot. Der ehemalige libysche Diktator kam heute, zwei Monate nach der Eroberung Tripolis durch die Rebellen, im Laufe der Gefechte um seine Heimatstadt und letzte Bastion unter teilweise rätselhaften Umständen zu Tode. Die Bürger Libyens feiern völlig berechtigt das Ende des Diktators.
Muammar al-Gaddafi

Muammar al-Gaddafi ist tot. Der ehemalige libysche Diktator kam heute, zwei Monate nach der Eroberung Tripolis durch die Rebellen, im Laufe der Gefechte um seine Heimatstadt und letzte Bastion unter teilweise rätselhaften Umständen zu Tode. Die Bürger Libyens feiern völlig berechtigt das Ende des Diktators.

Muammar al-Gaddafi ist tot. Der ehemalige libysche Diktator kam heute, zwei Monate nach der Eroberung Tripolis durch die Rebellen, im Laufe der Gefechte um seine Heimatstadt und letzte Bastion unter teilweise rätselhaften Umständen zu Tode. Damit endete seine 42-jährige Diktatur nach 8 Monaten Bürgerkrieg. Die Bürger Libyens feiern völlig berechtigt das Ende des Diktators.

Die genauen Umstände von Gaddafis Tod sind noch nicht vollkommen klar, doch je mehr ans Licht kommt, desto fragwürdiger wird das endgültige Handeln des Soldaten des Übergangsrates. Gegen 14 Uhr deutscher Zeit machten erste Meldungen von einer Festnahme des Diktators im Verlaufe eines Gefechtes in Sirte die Runde, bei der die Beine Gaddafis von mehreren Kugeln getroffen wurden. Daraufhin soll der Diktator in einem Krankenwagen abtransportiert worden sein. Später gab der Übergangsrat bekannt, dass der ehemalige Revolutionsführer seinen Verletzungen erlegen sei und sein Leichnam sich auf dem Weg in die Stadt Misrata befände. Andere berichten dass der Diktator bereits tot war, da er während des Gefechts in Kopf und Bauch getroffen wurde.

Die wahre Geschichte jedoch scheint weniger heroenhaft

Muammar al-Gaddafi

Muammar al-Gaddafi

Zu diesem Zeitpunkt brach gigantischer Jubel auf den libyschen Straßen aus. Doch nach und nach durchsickernde Informationen, verbreitet durch Soldaten in Sirte, weckten Zweifel an dieser geschönten Geschichte. Inzwischen steht fest, dass Gaddafi am Morgen versuchte Sirte in einem Konvoi zu verlassen, der Konvoi aber durch NATO-Kampfflugzeuge angegriffen wurde. Muammar al-Gaddafi hat diesen Angriff höchstwahrscheinlich überlebt und sich in einem nahen Abwasserrohr versteckt.

Hier fanden ihn wenig später nachrückende Rebellentruppen, die ihn schließlich festnahmen. Ein inzwischen veröffentlichtes Video bezeugt, dass Gaddafi am Leben war. Kurz darauf kam er jedoch unter umgeklärten Umständen, vermutlich aber durch einen Soldaten des Übergangsrates, ums Leben. Zwar ist zu vermuten dass die Soldaten im Affekt handelten, jedoch wirft es kein gutes Licht auf den neuen libyschen Staat, wenn dieser eine Ära der Menschenrechtsverletzungen beendet, indem er selber eine solche Verletzung begeht, indem ein Gefangener ohne Prozess hingerichtet wird.

Die Bilder des toten Diktators gehen um die Welt

Im Laufe des Nachmittags veröffentlichte Bilder der Leiche des Diktators stammen wohl vom selben Soldaten der auch die letzten Bilder des lebenden Gaddafi filmte. Darunter befindet sich auch ein Video, welches ziemlich eindeutig den Toten zeigt und damit jegliche Zweifel am Ende Gaddafis zerstreut. Trotzdem reagierte die Weltöffentlichkeit zunächst verhalten, da Gaddafi auch dafür bekannt war sich hinter Doppelgängern zu verstecken. Erst im Verlaufe des frühen Abends kamen Glückwünsche aus dem Kanzleramt und anderen Regierungsinstitutionen. Kanzlerin Merkel verdeutlichte, dass der Weg für den demokratischen Neuanfang in Libyen nun endgültig frei sei. Der italienische Regierungschef Berlusconi sieht den Tod seines ehemaligen Freundes Gaddafi wohl anders und kommentierte lapidar: “So vergeht der Ruhm der Welt.”

Die Nato kündigte währenddessen an, ihren Militäreinsatz in Libyen bald zu beenden, da ihr Auftrag, der Sturz Gaddafis, nun erfüllt sei. Die libyschen Rebellen sind währenddessen stolz, dass Gaddafi letzlich durch ihre Hand fiel und nicht durch die Bomben der verbündeten Nato. Die Tatsache, dass die Wiederstandsbewegung ohne ein Eingreifen der Nato wohl bereits vor Monaten niedergeschlagen worden wäre, sei hierbei in all dem Freudentaumel wohlwollend in den Hintergrund gestellt.

Libyen danach: eine ungewisse Zukunft

Für Libyen bedeutet der Tod Gaddafis nun ersteinmal das Ende des Bürgerkrieges. Das Land muss sich jetzt wieder beruhigen, der Übergangsrat schnell die angekündigten demokratischen Reformen anpacken. Denn Libyen und der Widerstandsbewegung drohen ohne eine tatkräftige demokratische Regierung Unruhe und der Zerfall. Es ist für einen Staat, der sich auf ein friedliches Miteinander stützen will, unabdingbar, dass sich die Bevölkerung entmilitarisiert. Mit dem Ende Gaddafis fehlt nun außerdem ein gemeinsames Feindbild, was den Stammesinteressen in die Hände spielt, die den Staat zerreißen könnten.

Die Welt blickt gespannt auf das nordafrikanische Land. Das libysche Volk kann sich nach 42 Jahren endlich beweisen, und sollte dabei mit aller Hilfe unterstützt werden.