Die Sonntagsfrage – 10.10.2010

Mit 20% im Bund und 32% in Baden-Württemberg befinden sich die Grünen auf Rekordhoch. Aber wo kommen die Stimmen her? Und was machen eigentlich die anderen Parteien? Das alles erfahrt ihr in der “Sonntagsfrage”.

Herzlich Willkommen zu einer neuen Ausgabe von “Die Sonntagsfrage”. Mein Name ist “Der Yeti” und ich werde sie heute durch unsere Sendung führen.

Ok das klingt bescheuert ;) Trotzdem ist heute Sonntag und es ist wieder Zeit auf die aktuellen Umfrageergebnisse unserer Parteien einzugehen. Wie aufmerksame Leser sicherlich gemerkt haben, kann ich den versprochenen Abstand von einer Woche nicht einhalten. Warum? Weil sich in einer Woche einfach zu wenig verändert. Deshalb gibt es die Sonntagsfrage jetzt in unregelmäßigen Abständen.

Wenn wir auf die aktuellen Ergebnisse schauen, fällt auf das sich eigentlich nicht viel getan hat. Aber das was passiert ist, ist dafür umso erstaunender. Die SPD verliert stark an Stimmen und liegt jetzt um 5% hinter der CDU. Aber wer hat die Stimmen bekommen? Die Grünen. Sie setzen ihr Rekordhoch fort, mit 20% erreichen sie erneut einen historischen Wert. Dieses Hoch ist wohl auf die aktuelle Popularität der Partei in Baden-Württemberg zurückzuführen. Dort sind die Grünen die einzige Partei die sich konsequent gegen Stuttgart21 ausspricht. Die Stuttgarter und der Rest der Baden-Württemberger danken ihnen das indem sie die Grünen in ihrem Bundesland so stark unterstützen, dass diese dort tatsächlich auf 32% klettern!  Hinter der CDU mit 34% sind sie dort nun, vor der SPD mit gerade einmal 19%, die zweitstärkste Partei.

Das die Grünen dabei nur von der SPD ihre Stimmen holen, liegt wahrscheinlich an der großen Deckungsgleichheit der beiden Parteien. Für einen SPD-Wähler ist es einfacher seine Stimme den Grünen zu geben als für einen eingefleischten CDU-Wähler.

In den anderen Parteien ist es ruhig. Die FDP ist weiterhin in der Bedeutungslosigkeit verschwunden und die Linke verbessert sich um gerade mal einen Prozentpunkt auf 11%. Diesen haben sie sich von den Sonstigen geholt, wer von diesen Parteien dafür Federn lassen musste, lässt sich aufgrund der fehlenden Aufschlüsselung nicht genau sagen.

Es bleibt spannend. Werden die Grünen ihr Hoch fortsetzen und am Ende als neue Volkspartei endgültig an der SPD vorbeiziehen? Oder werden die Wechselwähler die Grünen schneller wieder verlassen als sie Stuttgart21 sagen können? Was denkt ihr?

Der Yeti

  • froanc

    Niemals werden die Grünen sich als “Volkspartei” etablieren können. Wie Christian Lindner in einem Spiegel-Interview vor wenigen Wochen schon sagte: “Die Grünen sind grundsätzlich gegen alles, nur was sie wirklich wollen, weiß eigentlich keiner”. Und dabei wird es auch bleiben.

    Und die Grünen bestätigen dieses Bild. Zwar gaben sie tatsächlich an, dass sie Stuttgart21 im Falle einer Regierungsbeteiligung nicht stoppen können, aber auch, dass sie mit keiner Partei koalieren wollen, die sich gegen einen Baustopp ausspricht.

    Freue mich über weitere Antworten

  • Das Biest

    Es mag sein, dass die Antworten der Grünen manchmal sehr verworren sind, aber ich erzähle wohl nichts neues, wenn ich sage, dass das auch bei anderen großen Parteien des Öfteren vorkommt. Außerdem, wenn man sich damit beschäftigt, weiß man sehr wohl, was die Grünen wollen. Mehr Umweltschutz durch bessere Förderung von erneuerbaren Energien und bessere energetische Sanierung. Gerechtigkeit in der Integrationsfrage. Mehr Förderung für Hartz IV Kinder. Mehr Investitionen in Bildung…
    Und wie würdest du das Wort “Volkspartei” denn bitte interpretieren, wenn es für die Grünen unerreichbar sein soll?

  • froanc

    Eine Volkspartei muss von einem großen Teil der Bevölkerung gewählt werden, quer durch alle Schichten, und das über Jahre und Jahrzehnte hinweg. Einen kurzfristigen Höhenflug hatte auch die FDP bei der letzten Bundestagswahl, und wir sehen ja, wie dies endete…

    Die Grünen haben es in der Opposition natürlich sehr leicht, mehr Umweltschutz, Chancengleichheit und bessere Bildung zu versprechen. Solange man aber nicht an der Regierung beteiligt ist, kann man dem Volk versprechen, was man möchte.