Frauen der Geschichte – Die Pionierin der Frauenrechte

Marie Curie, Berta von Suttner… Es gibt unzählige bedeutende Frauen der Geschichte, doch kaum jemand kennt sie. Zeit also für eine Serie, die sich mit diesen Frauen beschäftigt. Den Beginn macht die amerikanische Pionierin der Frauenrechte – Susan B. Anthony.

Berta von Suttner? Maria Goeppert-Mayer? Und wer war bitte Josephine Cochran? Kaum ein Mensch kennt diese drei Frauen, die erste Friedensnobelpreisträgerin, die eine von den zwei einzigen weiblichen Trägern des Nobelpreises für Physik, oder die clevere Erfinderin, die die erste Geschirrspülmaschine entwarf. Und so geht es auch zahlreichen anderen Frauen der Geschichte, die allen gesellschaftlichen Beschränkungen zum Trotz Großes geleistet haben. Aus diesem Grund gibt es nun diese Serie – Frauen der Geschichte – um wenigstens einige dieser Frauen näher kennen zu lernen.

Den Anfang macht eine Frau, deren Namen die Männer Zeit ihres Lebens nicht gerne hörten. Jene Dame des 19. Jahrhunderts war die Pionierin der amerikanischen Frauenrechtsbewegung – und zugleich auch die erste weibliche Wählerin der Vereinigten Staaten von Amerika.

Susan B. Anthony (*15. Februar 1820 – 13. März 1906) prägte den amerikanischen Kampf für Frauenrechte wie kaum eine andere. In einer liberalen Familie aufgewachsen, die die Gleichheit von Mann und Frau als gegeben sah, erhielt sie eine gute Schulbildung und wurde Lehrerin. Schnell erfuhr sie die herrschende Ungerechtigkeit – sie verdiente lediglich ein Viertel des Lohns der Männer für die gleiche Arbeit.

Über ihre Familie kam sie schließlich mit zahlreichen anderen Aktivistinnen in Kontakt, so auch Elizabeth Cady Stanton, mit der sie eine lebenslange Freundschaft verband. Gemeinsam engagierten sie sich in der Abolitionsbewegung (Verbot der Sklaverei), doch als sie auch dort trotz der intensiven Arbeit nichts zu sagen hatten, entschieden sie sich 1852 stattdessen, ihr Leben dem Kampf um die Frauenrechte zu widmen.

Mehrere Jahrzehnte lang kämpften sie in der amerikanischen Suffragettenbewegung (Frauenrechtsbewegung), gründeten eine Zeitschrift mit dem Namen “Die Revolution”, und reisten durchs Land, um die Menschen von der Berechtigung eines Frauenwahlrechts zu überzeugen.

Eine 1$ Münze zu Ehren von Susan B. Anthony

Bekannt wurde sie 1872, als sie ein Wahlbüro in Rochester (New York) betrat und drohte, die Angestellten wegen Behinderung bei der Ausübung ihres Wahlrechts zu verklagen. Diese, von ihr offensichtlich eingeschüchtert registrierten sie – und so wurde Susan B. Anthony die erste weibliche Wählerin der USA. Nachdem die Zeitungen darüber ausführlich berichteten, wurde sie angeklagt und zu 100$ Strafe verurteilt – weil das Gericht nicht der Meinung war, dass der 14. Verfassungszusatz, in dem die Gleichberechtigung aller festgeschrieben war, auch das Wahlrecht umfasste.

Dennoch engagierte sich Susan B. Anthony weiterhin, nicht nur für die Rechte der Frauen, neben dem Wahlrecht auch das Recht auf Besitz oder gleichwertige und -bezahlte Arbeit, sondern auch für ein generelles Verbot der Sklaverei, das ihr dank ihrer Moral absolut zuwider war. Einen großen Erfolg erzielte sie im Jahr 1900, als sie die Universität von Rochester überzeugte, auch weibliche Studenten zu akzeptieren.

Bis zu ihrem Lebensende kämpfte Susan B. Anthony, der zu Ehren eine 1$ Münze aufgelegt wurde, für die Rechte der Frauen. Zu Beginn als radikal verschrieen, wurde sie schließlich für ihren Willen und ihre Erfolge bewundert. Auch wenn sie die Einführung des Frauenwahlrechts 1920 nicht mehr miterleben sollte, so hatte sie dennoch den Weg dafür geebnet. Und so behielt sie letzten Endes Recht als sie zu den anderen Aktivistinnen sagte:

“Faillure is impossible!”   (Misserfolg ist unmöglich)

Das Biest