Gastbeitrag: Kolumbien – das Risiko ist, dass du bleiben willst.

Kolumbien – das Risiko ist, dass du bleiben willst. So lautet der Werbespruch Kolumbiens, der mehr Touristen in das Land locken soll. Jedes mal, wenn ich ihn lese, stelle ich fest, dass er absolut passend ist. Schließlich ist Kolumbien ein wahnsinnig vielfältiges und bewundernswertes Land. Doch das wissen nur die Wenigsten. Wenn du an Kolumbien denkst, was fällt dir ein? Klar: Drogen, Kriminalität, Entführungen... Wer geht da schon freiwillig hin?

Kolumbien – das Risiko ist, dass du bleiben willst. So lautet der Werbespruch Kolumbiens, der mehr Touristen in das Land locken soll. Jedes mal, wenn ich ihn lese, stelle ich fest, dass er absolut passend ist. Schließlich ist Kolumbien ein wahnsinnig vielfältiges und bewundernswertes Land. Doch das wissen nur die Wenigsten. Wenn du an Kolumbien denkst, was fällt dir ein? Klar: Drogen, Kriminalität, Entführungen… Wer geht da schon freiwillig hin?

Kolumbien – das Risiko ist, dass du bleiben willst. So lautet der Werbespruch Kolumbiens, der mehr Touristen in das Land locken soll. Jedes mal, wenn ich ihn lese, stelle ich fest, dass er absolut passend ist. Schließlich ist Kolumbien ein wahnsinnig vielfältiges und bewundernswertes Land. Doch das wissen nur die Wenigsten. Wenn du an Kolumbien denkst, was fällt dir ein? Klar: Drogen, Kriminalität, Entführungen… Wer geht da schon freiwillig hin?

Doch eigentlich weiß keiner so genau Bescheid über die aktuelle Lage in Kolumbien. In den Medien hört man meist nur die negativen Berichte. Doch wie sieht es heutzutage wirklich in Kolumbien aus? Was ist das Faszinierende an diesem Land?

Das Land:

Kolumbien ist das einzige Land Südamerikas, welches sowohl an den Pazifik als auch an den Atlantik grenzt. Sowohl Venezuela, Peru, Ecuador als auch Brasilien und Panama sind Nachbarländer. Auf ca. 1,14 Mio. km² leben ca. 42 Mio. Menschen. Die Amtssprache ist Spanisch; die Hauptstadt Bogotá.

Die Landschaft:

Man sagt, Kolumbien vereint alle Landschaften Südamerikas in sich. Für jeden ist etwas dabei. Es gibt Wüste, Hochland, die Anden mit ihren Gletschern, das Urwald-Gebiet des Amazonas, Sumpflandschaften und natürlich die karibischen Küsten. Je nachdem wo man sich befindet, findet man Temperaturen zwischen 10°C und 30°C. Sehenswert sind auch die großen Städte wie Bogotá, Medellín und die Kolonialstadt Cartagena, welches UNESCO-Welterbe ist. Alle haben einiges zu bieten. Mich persönlich hat besonders das Amazonas-Gebiet mit seiner Artenvielfalt und einzigartigen Weite fasziniert. Wobei der weiße Karibiksandstrand natürlich auch seine Vorteile hat.

Tier- und Pflanzenwelt:

Kolumbien ist eines der Länder mit der größten Artenvielfalt weltweit. Hier leben einige endemische Arten, also Arten, die es nur hier gibt. Man findet 15% aller weltweit vorhandenen Orchideenarten und 20% aller weltweit vorhanden Vogelarten. Ich persönlich habe einiges gesehen von Taranteln und Riesenameisen über Papageien, Totenkopfäffchen bis hin zu Delfinen.

Die Leute:

Mehr als zwei Drittel aller Kolumbianer leben in Städten, vor allem das Amazonas-Tiefland ist nur schwach besiedelt. Die Kolumbianer gelten als die herzlichsten Südamerikaner. Sie sind sehr gastfreundlich und empfangen Gäste mit offenen Armen. Sie sind wahre Patrioten und lieben es, Fremden etwas über ihre Heimat zu erzählen. Ebenso sind sie auch sehr neugierig und wollen mehr über das Land erfahren, aus dem du kommst. Aus Deutschland kennen sie meist nur Rammstein und das Oktoberfest. ;-) Außerdem sind sie Musik-Liebhaber und Tänzer. So spielen meist Reggaeton, Vallenato (kolumbianische Volksmusik), Salsa und Merengue eine wichtige Rolle in ihrem Leben. Doch das wichtigste ist, dass sie immer ein Lächeln für dich übrig haben.

Das Essen:

Wer mich kennt weiß, dass ich begeistert bin von gutem Essen. :D Und da hat Kolumbien einiges zu bieten. Meistens isst man Fleisch. Als Beilage gibt es unterschiedliche Arten von Kartoffeln oder Yuca, eine Wurzel. Bekannte Gerichte sind u.a. Ajiaco, eine Kartoffelsuppe und die Bandeja Paisa mit Bohnen, Fleisch und Ei. Was ich persönlich ganz schrecklich finde ist Mondogo, eine Suppe mit Kuhkutteln. Auch an Obst hat Kolumbien natürlich einiges zu bieten. Man entdeckt immer wieder neue Früchte und jede muss anders gegessen werden. Wichtig ist natürlich auch der Kaffee. Für Genießer ist Kolumbien das richtige Land.

© "Wunder fürs Auge" by Disfruten

Die Wirtschaft:

Kolumbien ist der größte Produzent von Schnittblumen, die man auch bei uns im Blumenladen findet. Außerdem steht es an erster Stelle bei der Produktion von Smaragden, an dritter von Bananen und an vierter von Kaffee. Von den gesamten Exporten, nehmen die USA 40% ab.
Die Geschichte:

Kolumbien wurde nicht etwa von Christoph Kolumbus entdeckt, sondern 1499 von Alonso de Ojeda und Amerigo Vespucci. Angelockt von Gold und Smaragden wurde Kolumbien rasch von spanischen Conquistadoren besetzt. Ab 1810 wurde der Ruf nach Unabhängigkeit immer lauter. Angeführt von Simón Bolívar, einer auch heute noch sehr wichtigen Person für die Südamerikaner, erlangte ein südamerikanisches Land nach dem anderen seine Unabhängigkeit. 1886 wurde Kolumbien die erste Demokratie Südamerikas. In der ersten Hälfte des 20. Jhs. erlebte Kolumbien eine Blütezeit, doch die sozialen Spannungen zwischen Arm und Reich nahmen zu. Als 1948 der linkspopulistische Präsidentschaftskandidat ermordet wurde, wurde der Bürgerkrieg, der schon seit 1946 auf dem Land tobte, auch in die Städte getragen. Bis ca. 1963 zog sich dieser Bürgerkrieg aufgrund vieler politischer Konflikte hin. Danach entstand ein paritätisches Regierungssystem, bei dem sich die Liberalen und Konservativen alle 4 Jahre von der Macht ablösten. Daraufhin nahmen vor allem linksgerichtete Organisationen wie die FARC mit Gewalt an der Politik teil. Nach zwei liberalen Wahlsiegen nahmen Korruption und Misswirtschaft zu. Einige paramilitärische Verbände hielten Teile des Landes besetzt. Die Drogenmafia gewann immer mehr an Macht. Im Jahre 2002 wurde jedoch Álvaro Uribe zum Präsidenten gewählt, und begann die Paramilitärs zu demobilisieren.

Die Situation heute:

Die großen Drogenkartelle wie das Cali-Kartell und das Medellín-Kartell sind mittlerweile zerschlagen, trotzdem gibt es noch einige kleinere Netzwerke, die Drogen meist in den USA vertreiben. Auch die Zahl der Entführungen nahm drastisch ab. Seitdem Álvaro Uribe, welcher bei der Bevölkerung sehr beliebt war, als Präsident gewählt wurde, hat sich die Sicherheitslage in Kolumbien dramatisch verbessert. Im August wurde Uribe nach 8 Jahren Amtszeit von Juan Manuel Santos abgelöst. Man kann Kolumbien heute genauso gut bereisen wie jedes andere Land Südamerikas. Gegenden, die gut bewohnt sind und natürlich große Städte sind kein Problem. Abgelegene und unbewohnte Gegenden sollte man aber unter Umständen meiden, wie in anderen Ländern Lateinamerikas auch.
Die Kolumbianer selbst veranstalten viele Demonstrationen an denen Tausende von Menschen teilhaben und fordern Freiheit und die Freilassung der noch Entführten. Sie wollen nichts anderes, als dass ihr Land wieder komplett friedlich ist und so auch vom Rest der Welt gesehen wird.


Insgesamt lässt sich sagen, dass sich Kolumbien problemlos bereisen lässt und man von dem Land freundlich aufgenommen wird. Während eines kurzen Aufenthalts ist es fast unmöglich alles zu sehen aufgrund der unbeschreiblichen Vielfalt Kolumbiens. Das ist auch der Grund dafür, dass fast jeder Besucher nochmal kommen mag – oder am liebsten bleiben. Denn: Kolumbien ist Leidenschaft.

Ein Beitrag von Disfruten (Wunder fürs Auge)

Mehr Infos über Kolumbien und Reisemöglichkeiten gibt es hier: KonTour

© "Wunder fürs Auge" by Disfruten

  • http://twitter.com/Kolumbien_Forum,http://kolumbienforum.wordpress.com/ Marco Arno Rodriguez B.

    Hallo und vielen lieben Dank für diesen objektiven Beitrag über Kolumbien. Es macht immer wieder Freude, mal zur Abwechslung etwas positives zu lesen. Es ist die Wahrheit…. Kolumbien, das einzigste Risiko ist das du bleiben willst. Ich lebe seit Jahren in Südamerika – mal in Cali mal in Lima – und ich kann nur bestätigen, dass Kolumbien auf jeden Fall eine Reise wert ist….. Ich wünsche mir mehr Beiträge dieser Art. Oder vielleicht einen kleinen Artikel auf meinem Blog???? :-) http://kolumbienforum.wordpress.com/

    Herzliche Grüße

    Marco

  • http://www.kolumbienforum.net Carlos

    Schöner Text – Liebevoll gemacht. Schön auch wieder einmal gutes zum Leid geprägten Land Kolumbien zu lesen.

    saludos desde Medellin/Colombia
    Carlos
    http://www.kolumbienforum.net