Christoph Kolumbus: Der Wiederentdecker Amerikas

Der heutige Tag trägt in den meisten Ländern des amerikanischen Kontinents sowie in Spanien den Namen “Columbus Day”. Damit soll an die Entdeckung Amerikas durch Christoph Columbus vor 518 Jahren erinnert werden. Bekannterweise setzte der im italienischen Genua geborene Seefahrer am 12. Oktober 1492 als erster Europäer einen Fuss auf amerikanischen Boden.

 

1492: Kolumbus betritt San Salvador

 

Der heutige Tag trägt in den meisten Ländern des amerikanischen Kontinents sowie in Spanien den Namen “Columbus Day”. Damit soll an die Entdeckung Amerikas durch Christoph Columbus vor 518 Jahren erinnert werden. Bekannterweise setzte der im italienischen Genua geborene Seefahrer am 12. Oktober 1492 als erster Europäer einen Fuss auf amerikanischen Boden. Genauer gesagt betrat er die Insel San Salvador, welche zu den Bahamas gehört. Kolumbus segelte im Auftrag der spanischen Krone, Ziel war es einen Seeweg nach Indien zu finden. Dieser Schritt war nötig nachdem die Osmanen 1453 Konstantinopel, die Hauptstadt des byzantinischen Reiches, eroberten und den Christen den Weg nach Asien versperrten. Da sich die Vorstellung, die Erde wäre mit einer Kugel vergleichbar, zur damaligen Zeit bereits größtenteils durchgesetzt hatte, war Kolumbus überzeugt mit einer Fahrt in die entgegengesetzte Richtung ebenso nach Indien zu gelangen. Nur war natürlich noch unbekannt dass Amerika im Weg “rumlag”. Als Kolumbus also die Insel betrat war er der festen Überzeugung Indien erreicht zu haben. Das führte zum einem der größten Irrtümer der Geschichte: Kolumbus nannte die Ureinwohner die er auf der Insel antraf “Indianer”. Dieser Name hat sich als Überbegriff für die amerikanischen Ureinwohner bis heute gehalten, obwohl diese nichts mit dem besagten asiatischen Subkontinent gemeinsam haben.

Weniger bekannt ist aber die Tatsache, dass man bei der besagten Entdeckung höchstens von einer Wiederentdeckung reden kann. Tatsächlich gilt es heutzutage als sicher, dass der Skandinavier Leif Eriksson bereits um das Jahr 1000 nach Christus amerikanischen Boden betrat. Da gegen Ende des 10. Jahrhunderts der europäische Widerstand gegen die Wikinger zunahm, versuchten die Nordländer Land westlich ihrer Heimat zu finden. 986 gründete Erik der Rote auf Grönland eine erste Siedlung. Von dieser brach sein Sohn Leif dann schließlich auf um den Westen weiter zu erschließen. Als er nach relativ kurzer Zeit die Küste Neufundlands erreichte, nahm er den Küstenstreifen unter dem Namen “Vinland” in Besitz. 1020 gründete Thorfinn Karlsefni hier eine Siedlung und nahm erstmals Kontakt mit Ureinwohnern auf. Die Wikinger nannten sie “Skraelinger” (dt. hässliche Menschen). Aufgrund der harten Witterung und der Aggressivität der Ureinwohner musste die Siedlung nach kurzer Zeit aufgegeben werden.

 

Die Fahrten Der Wikinger: Oben-links die Entdeckung Grönlands und Vinlands

 

Die Entdeckung “Vinlands” geriet schnell in Vergessenheit. Schuld daran war zum einen die kulturellen Abgeschlossenheit der Wikinger, zudem waren die Wikingerschiffe für solche Fahrten über die offene See eigentlich nicht geeignet. Als sich die Skandinavier in die europäische Kultur einlebten, war auch bei ihnen Vinland schon lange vergessen. So erfuhren die Europäer nicht von der Entdeckung der Wikinger. Da auch erst nach der Entdeckung durch Kolumbus die systematische Besiedlung Amerikas begann, setzte sich die Ansicht, Kolumbus habe als erster Europäer amerikanischen Boden betreten, bis heute durch. Wie auch immer, für die amerikanischen Ureinwohner begann eine Zeit der Ausbeutung, Zwangsmissionierung und Gräueltaten die bis heute nicht durch die Amerikaner entschädigt wurden. Die Ureinwohner verfluchen diesen Tag bis heute, die jährlichen Feiern haben noch immer einen schrecklichen Beigeschmack…

Der Yeti