The Lady with the Lamp

Heute vor genau 100 Jahren starb mit Florence Nightingale die Gründerin der modernen Krankenpflege. Sie war das große Vorbild Henry Dunants als dieser 1863 das Rote Kreuz gründete, eine Organisation die bis heute das Leid alle Kranken und Verwundeten lindert.

Heute vor genau 100 Jahren starb mit Florence Nightingale die Gründerin der modernen Krankenpflege. Sie war das große Vorbild Henry Dunants als dieser 1863 das Rote Kreuz gründete, eine Organisation die bis heute das Leid alle Kranken und Verwundeten lindert.

Heute vor genau 100 Jahren starb mit Florence Nightingale die Gründerin der modernen Krankenpflege. Sie war das große Vorbild Henry Dunants als dieser 1863 das Rote Kreuz gründete, eine Organisation die bis heute das Leid alle Kranken und Verwundeten lindert.

Wohl bin ich der Gründer des Roten Kreuzes und der Schöpfer der Genfer Konvention. Aber die Ehre, die mir deswegen zuteil geworden ist, habe ich mit einer englischen Frau zu teilen. Was mich während des Krieges von 1859 dazu brachte, nach Italien auf das Schlachtfeld von Solferino zu gehen und dort zu helfen, war das große Vorbild, das Florence Nightingale uns auf der Krim gegeben hatte. Henry Dunant, 1872

Doch was genau hat Nightingale getan? Aufgewachsen in reichen Verhältnissen, war es Nightingale eigentlich bestimmt zu heiraten und die typische bürgerliche Ehefrau dieser Zeit zu spielen. Dem widersetzte sie sich aber. Ihr großer Traum war es Krankenschwester zu werden, was für ihren Stand ein völliges Tabu war. Sie wollte gutes auf der Welt tun, wofür sie laut eigener Aussage im Alter von 17 Jahren von Gott selbst auserwählt wurde. Ihre Eltern waren entsetzt und verweigerten ihr bis zu ihrem 30. Lebensjahr die Erlaubnis eine Ausbildung zu beginnen. Zu schlecht war der Ruf des Jobs einer Krankenschwester, von Prostitution und heruntergekommenen Anstalten war die Rede.

Als sie nun endlich die Erlaubnis ihrer Eltern bekam, begann Florence eine Ausbildung an den “Kaiserswerther Anstalten” in Deutschland. Hier erlernte sie die Grundlagen der Kranken- und Seniorenpflege. Darüber hinaus machte man sie damit vertraut, eine eigene Anstalt zu organisieren. Im Pariser “Haus der barmherzigen Schwestern” perfektionierte sie dieses Wissen. Zurück in England erwarb sie das “Establishment for Gentlewomen during Illness” und modernisierte dieses nach ihren Vorstellungen. Die Effektivität mit der sie die Cholera bekämpfte, machte sie in ganz England berühmt.

Als 1853 Russland dem kollabierenden Osmanischen Reich den Krieg erklärte, stieg Großbritannien, zusammen mit Frankreich und dem Königreich Sardinien-Piedmont, auf der Seite der Türken in den Krieg ein. Der Krieg entwickelte sich zu einem der ersten Stellungskriege und war an Brutalität bis zu diesem Zeitpunkt kaum zu überbieten. Viele verwundete Soldaten fanden auf dem Schlachtfeld oder in den Lazaretten aufgrund mangelnder Versorgung den Tod. Dank der Erfindung des Telegrafen war es Journalisten erstmals möglich aktuelle Berichte über den Verlauf des Krieges in ihr Heimatland zu liefern. Die katastrophale Situation der Verwundeten löste in Großbritanniens großes Entsetzen aus.

Auch Nightingale war erschüttert und bat beim britischen Kriegsministeriums um die Erlaubnis den Verwundeten zu helfen. Obwohl zu jener Zeit nur Männer in der Armee und ihrem Sanitätswesen zugelassen waren, nahm man ihre Hilfe an. Im November 1854 erreichte sie, mit 38 anderen Krankenschwestern, Istanbul, die damalige Hauptstadt des Osmanischen Reiches. Das Bild welches sich ihr bot war erschreckend. Die Verwundeten vegetierten im Lazarett vor sich hin, die hygienischen Anlagen waren außer Dienst. Auch Ratten waren ein gewohnter Anblick. Da sich niemand für die verletzten, und deshalb nicht mehr kampffähigen, Soldaten interessierte, kümmerte sich auch niemand um sie.

Das Militär war nicht angetan von der Vorstellung, dass sich Zivilisten in militärische Angelegenheiten einmischten. Erst nach langen Streitereien mit Offizieren und nachdem immer mehr Verwundete eintrafen, wurde ihr gestattet ihrer Arbeit nachzugehen. Erste Maßnahmen waren die Einrichtung einer Küche und einer Wäscherei, um die Verwundeten mit frischer Nahrung und Bettwäsche versorgen zu können. Den Soldaten wurden ihre Uniformen, die sie seit ihrer Verwundung auf dem Schlachtfeld trugen, abgenommen und man wusch sie das erste mal seit ihrer Einlieferung. Zudem leistete Nightingale psychologische und medizinische Betreuung. Vor ihrem Eintreffen waren voreilige Amputationen an der Tagesordnung, ein Umstand den sie änderte. Der Erfolg gab ihr Recht, die Sterberate des Lazaretts ging um zwei Drittel zurück.

Da sie sich oft mit den militärischen Obrigkeiten herumschlagen musste und sich nebenbei auch noch um die Versorgung des Lazaretts kümmerte, war es ihr erst nach Einbruch der Dunkelheit möglich, sich persönlich um die Verletzten zu kümmern. Mit einer Nachtlampe in der Hand, streifte sie durch die Krankensäle und sah nach ob ihre Patienten noch Hilfe benötigten. Ein englischer Soldat schrieb später das auf, was viele seiner Kameraden dachten:

Wenn die “Lady with the Lamp” in der Nacht durch die Krankensäle geht, dann drehen wir uns zur Wand und küssen die Mauerstelle, auf die ihr Schatten fällt.

So sahen die verwundeten Soldaten Nightingale - die Lady mit der Lampe

So sahen die verwundeten Soldaten Nightingale - die Lady mit der Lampe

Ihre Taten machten sie in ihrer Heimat zur Heldin. Nach ihrer Rückkehr revolutionierte sie das britische Gesundheitswesen und gründete eine Schule die sich nur damit beschäftigte Krankenschwestern auszubilden, und zwar nach der Vorstellung Nightingales. Am 13. August 1910 starb sie im Alter von 90 Jahren in London. Seit 1912 verleiht das Rote Kreuz alle zwei Jahre die Florence-Nightingale-Medaille an Krankenpfleger. Die Medaille wird verliehen für “außergewöhnlichen Mut und Hingabe an Verwundete, Kranke oder Behinderte oder zivile Opfer eines Konfliktes oder einer Katastrophe”

Der Yeti