Hungersnot am Horn von Afrika – Katastrophe von Millionen

Katastrophen treffen immer die Schwächsten, egal ob es um Gewalt und Krieg, Umweltzerstörung oder menschliche Tragödien geht. So ist es auch am Horn von Afrika, wo Millionen von Menschen mit einer schlimmen Dürre und akuten Hungersnot kämpfen. Ein Bild des Leids.

Katastrophen treffen immer die Schwächsten, egal ob es um Gewalt und Krieg, Umweltzerstörung oder menschliche Tragödien geht. So ist es auch am Horn von Afrika, wo Millionen von Menschen mit einer schlimmen Dürre und akuten Hungersnot kämpfen. Ein Bild des Leids.

Klimawandel und Überlastung der Böden rauben den Menschen am Horn von Afrika die Lebensgrundlage

Klimawandel und Überlastung der Böden rauben den Menschen am Horn von Afrika die Lebensgrundlage (1)

Katastrophen treffen immer die Schwächsten. Ob es um Krieg oder Gewalt geht, Umweltkatastrophen oder menschliche Tragödien, es sind immer die Schwachen, Arme, Kranke, Kinder, die zuerst darunter zu leiden haben. So ist es auch in Afrika. 11 Millionen Menschen, fast so viele wie Bayern Einwohner hat, leiden am Horn von Afrika unter einer der schlimmsten Dürren der letzten Jahrzehnte.

Insgesamt sind es nach Schätzungen der UN etwa 3,7 Millionen Menschen, die akut vom Hungertod bedroht sind, darunter- wie könnte es anders sein, unzählige Kinder. Tausende haben sich bereits in Flüchtlingslager begeben, wo zumindest noch Hoffnung auf Überleben besteht. Für viele Andere kommt jede Hilfe zu spät.

Nun hat die internationale Gemeinschaft reagiert und zu einer Geberkonferenz nach Nairobi eingeladen, doch der Hilfsbedarf beträgt allein bis Jahresende mehr als 1 Milliarde Euro. Und damit hat man lediglich die Menschen vor dem Verhungern gerettet, nicht aber das Überleben in der Zukunft gewährleistet.

Es sind viele Faktoren, die in der betroffenen Region zusammenkommen. Somalia gehört zu den sogenannten gescheiterten Staaten – mittlerweile ist es höchstens noch eine Region, aber kein existentes Staatsgebilde mehr. Starkes Bevölkerungswachstum, Klimawandel, Ausbeutung der Böden, Übernutzung der landwirtschaftlichen Flächen und eine schlechte Nahrungsmittelversorgung haben zu dieser Hungersnot geführt, die örtlichen Milizen verhindern nun immer wieder ihre erfolgreiche Bekämpfung, zu oft kommen Hilfsgüter nicht bei den Betroffenen an. In Äthiopien gibt es zwar einen funktionierenden Staat – dafür aber eine korrupte Regierung, die verdächtigt wird, viele Hilfsmittel in die eigene Tasche zu stecken.

Die Situation ist alles andere als rosig, denn auch große Hilfsleistungen können die Katastrophe höchstens mildern, nicht aber verhindern. Dennoch gibt es Hoffnungsfunken. Einer davon ist Somaliland, ein de facto eigener Staat im Norden Somalias, der sich 1991 am Beginn des Bürgerkrieges für unabhängig erklärte, von der Weltgemeinschaft aber nicht anerkannt wird. Dabei ist dieser Staat im Gegensatz zum Rest des Landes ein halbwegs funktionierendes System, das Schritte in Richtung der Demokratisierung und wirtschaftlichen Stabilisierung unternimmt.

Es sind solche Fortschritte, die die stumme Katastrophe in Afrika vielleicht irgendwann beenden können. Maßnahmen, um sich an den mit verantwortlichen Klimawandel anzupassen, Katastrophenvorsorge, Investitionen in kleinbäuerliche Landwirtschaft und Infrastruktur v.a. auf dem Land, aber auch eine dauerhafte Abkehr von Gewalt und Unruhen sind die einzige Lösung.

Solche Maßnahmen könnten und würden wohl Millionen von Menschen das Leben retten. Dafür sollte uns unser Geld nicht zu schade sein.

Das Biest

(1) Das Bild stammt von Wikipedia Commons und ist gemeinfrei, Quelle