Joachim Gauck: Winter im Sommer – Frühling im Herbst

Er war einer von denen, die sich nicht anpassten, die nicht zu allem Ja sagten, was die diktatorische Regierung der DDR verlangte und beschloss. Einer von denen, die nicht wegsahen, sondern ihre Kritik zu äußern versuchten. Einer von denen, die sich aktiv gegen das DDR-Regime wandten und sein Unrecht offen legten. Nur wenige haben die Bürgerrechtsbewegung in der DDR in einer ähnlichen Weise geprägt wie Joachim Gauck.

Er war einer von denen, die sich nicht anpassten, die nicht zu allem Ja sagten, was die diktatorische Regierung der DDR verlangte und beschloss. Einer von denen, die nicht wegsahen, sondern ihre Kritik zu äußern versuchten. Einer von denen, die sich aktiv gegen das DDR-Regime wandten und sein Unrecht offen legten. Nur wenige haben die Bürgerrechtsbewegung in der DDR in einer ähnlichen Weise geprägt wie Joachim Gauck.

Er war einer von denen, die sich nicht anpassten, die nicht zu allem Ja sagten, was die diktatorische Regierung der DDR verlangte und beschloss. Einer von denen, die nicht wegsahen, sondern ihre Kritik zu äußern versuchten. Einer von denen, die sich aktiv gegen das DDR-Regime wandten und sein Unrecht offen legten. Nur wenige haben die Bürgerrechtsbewegung in der DDR in einer ähnlichen Weise geprägt wie Joachim Gauck.

Joachim Gauck am CJT-Gymnasium Lauf (1)

Anlässlich der Laufer Literaturtage kam er auch an meine Schule, und so hatte ich die Möglichkeit, nicht nur ihn “persönlich” kennen zu lernen, vor allem aber auch ihm zuzuhören, als er aus seiner Autobiographie Winter im Sommer, Frühling im Herbst vorlas, und damit verbunden auch viel aus seinem wechselvollen Leben erzählte.

Sein Leben wurde praktisch von Anfang an von der Ablehnung des Regimes geprägt. Als er 11 war, verschwand sein Vater: Er wurde abgeholt. Jahrelang lebte die Familie ohne jede Nachricht vom Verbleib des Vaters, trotz aller Versuche, ihn ausfindig zu machen. Erst Jahre später sollte er gemeinsam mit den letzten deutschen Kriegsgefangenen 1955 heimkehren, doch zu diesem Zeitpunkt stand die ganze Familie Gauck dem System schon sehr kritisch, sehr ablehnend gegenüber.

Man konnte sich gut in den Jungen, den Jugendlichen und jungen Mann hineinversetzen, dessen Lebensgeschichte Joachim Gauck uns schilderte. Der in der ungeliebten DDR aufwuchs, stets ablehnend gegenüber dem totalitären Staat, dessen Wohltätigkeit für ihn nur eine Farce war. Nach der Schule studierte er Theologie und wurde schließlich Pastor. Zunächst auf dem Land in Mecklenburg-Vorpommern, dann in Rostock, wo er aus dem Nichts eine Gemeinde in einer der “Betonsiedlungen”, der tristen Neubaugebiete, aufbaute. Ohne Mitglieder, ohne Kirche, ohne Gemeinderaum, er hatte gar nichts, dennoch gelang das Projekt und seine Gemeinde wuchs und wuchs – sehr zum Missfallen des Staates.

Kirchentage, Bürgerrechtsbewegung, und schließlich, 1989 Mitbegründer des Neuen Forums in Rostock, jener Vereinigung, die maßgeblich mit zur Wende beitrug – er ließ sich nicht den Mund verbieten, blieb immer kritisch und ehrlich zu sich selbst. Als die Mauer fiel, hatten sein Engagement und seine politischen Predigten schon viele Menschen beeindruckt und so wurde er Mitglied der ersten und auch letzten frei gewählten Volkskammer der DDR. Als die Einheit endlich erreicht war, bekam er dank seiner vorherigen Arbeit im Innenausschuss der Volkskammer die Stelle als Sonderbeauftragter der Bundesregierung für die Stasi-Akten. 10 Jahre lang kämpfte er für die Öffnung der Akten, kämpfte gegen das Verdrängen des Unrechts und machte seine Behörde so auch als die “Gauck-Behörde” bekannt.

Joachim Gauck hat viel geleistet in seinem Leben – und so ist auch die Begeisterung, die zahllose Menschen ihm bei seiner Kandidatur für das Amt des Bundespräsidenten im Sommer entgegenbrachte, gut verständlich. Noch heute engagiert er sich, beispielsweise für den Verein Für Demokratie – Gegen Vergessen, denn noch heute ist es ihm ein Anliegen, gegen die Verdrängung des Unrechts in der DDR zu kämpfen und uns bewusst zu machen, wie glücklich wir uns schätzen können, dass wir in dieser freiheitlichen demokratischen Gesellschaft leben.

Vor allem aber ist er unglaublich authentisch in allem, was er erzählt und beschreibt. Er versteht es, mit seinen realistischen Schilderungen Schüler wie Erwachsene mitzureißen und ihnen die Vergangenheit wieder deutlich vor Augen zu führen. Und so kann man auch nur Benedikt Bisping, dem Bürgermeister von Lauf (Grüne) nur zustimmen, wenn er sagt:

»Ich kann mir niemanden vorstellen, der unser Grundgesetz, unsere Gesellschaft authentischer, ehrlicher und herzlicher repräsentieren kann als Joachim Gauck.«

Das Biest

(1) Das Bild stammt von der Autorin des Artikels.