Korea – War, what is it good for?

Absolutely nothing! Diese Textzeile aus Edwin Starrs Klassiker “War” sollten sich die beiden koreanischen Staaten einmal durch den Kopf gehen lassen. Nachdem Nordkorea vergangenen Dienstag die südkoreanische Insel Yeonpyeong mit Granaten beschoss, scheinen die Zeichen auf der geteilten Halbinsel auf Krieg zu stehen.

Die bombardierte Insel Yeonpyeong

Korea – War, what is it good for?

Absolutely nothing! Diese Textzeile aus Edwin Starrs Klassiker “War” sollten sich die beiden koreanischen Staaten einmal durch den Kopf gehen lassen. Nachdem Nordkorea vergangenen Dienstag die südkoreanische Insel Yeonpyeong mit Granaten beschoss, scheinen die Zeichen auf der geteilten Halbinsel auf Krieg zu stehen. Der nordkoreanische Diktator Kim Jong-Il hat es auch gleich ganz deutlich gesagt: falls ein für heute angekündigtes Manöver der amerikanischen und südkoreanischen Truppen wirklich stattfindet, “steht Korea am Rande eines Krieges”.

In diesen Stunden wird das besagte Manöver tatsächlich durchgeführt. Wer jetzt an den Ausbruch des 3. Weltkriegs denkt, der sei beruhigt. Nordkorea wird sich davor hüten einen Krieg vom Zaun zu brechen, genauso wie ihre südlichen Nachbarn. Das hat verschiedene Gründe, die ich im folgenden näher beleuchten möchte.

Chinas Staatspräsident Hu Jintao

Für den kommunistischen Norden würde ein erneuter Krieg mit dem Süden (oder eher ein Fortsetzung des Krieges, beide Staaten befinden sich seit 1953 jediglich in einer Waffenruhe) einem Selbstmord gleichkommen. Der einzige wirkliche Verbündete, die Volksrepublik China, wird sich durch seinen kleinen Nachbarn nicht in einen Krieg gegen die USA und Japan stürzen lassen, da dadurch ihre momentanen Bemühungen, die westliche Welt auf wirtschaftlichem Wege zu überholen, komplett gescheitert wären. Auch sollte der chinesischen Führung bewusst sein, dass man in einem Krieg gegen Amerika nichts zu gewinnen hat, außer Zerstörung und Tote.

Da nun also die Gefahr droht das China seinem Verbündeten den Rücken zukehrt, würde für Nordkorea auch der einzige Handelspartner wegfallen. Für einen Staat der eh schon mit extremen wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen hat, wäre das das Ende. Nordkorea müsste auch zusätzlich zu seiner eh schon hungernden Bevölkerung auch eine gigantische Armee versorgen. Somit sollte also klar sein, dass Nordkorea ein möglicher Krieg nichts bringt. Auf lange Sicht würde man lediglich auf den Status Quo zurückfallen oder aber komplett aus der Weltgeschichte verschwinden.

Auch für Südkorea wäre ein Krieg tunlichst zu vermeiden. Zwar würde man diesen wahrscheinlich gewinnen, jedoch wären die Verluste immens. Die wirtschaftlich relevanten südkoreanischen Gebiete liegen genau an der Grenze zu Nordkorea, wären damit bei einem Kriegsausbruch also das erste was der nordkoreanischen Armee (die man ohne Verstärkung aus den USA anfangs kaum aufhalten kann) in die Hände fallen und große Schäden nehmen würde. Und wenn es dann irgendwann gelingt Nordkorea an den Rand einer Niederlage zu drängen, bleibt immernoch die Gefahr, dass die nordkoreanische Atombombe gezündet wird. Im schlimmsten Fall wäre ganz Korea also zerstört und man würde sich selber 60 Jahre zurück schleudern. Das kann keiner wollen.

Das Südkorea dem Norden den Krieg erklärt ist entgegen den Äußerungen der südkoreanischen Armee, die tausendfache Vergeltung versprach, sehr unwahrscheinlich. Hier wird der Druck der USA, die immernoch im Irak und Afghanistan beschäftigt sind, zu groß sein. Obama kann und will seinem Volk sicher keinen dritten Krieg aufdrängen, dafür sind die innenpolitischen Probleme der USA einfach zu groß. Und ohne die Erlaubnis ihres größten Verbündeten werden die Südkoreaner keinen Angriff auf den kommunistischen Norden starten.

Kim Jong-Il mit seinem Sohn und Nachfolger Kim Jong-Un

Doch all diese Argumente können sich natürlich auch als trockenste Theorie herausstellen. Kim Jong-Il hat schon öfters bewiesen das logisches Handeln nicht zu seinen Stärken gehört. Hoffen wir das er kurz vor seinem Tod nicht nochmal zeigen will zu was er fähig ist. Auch wirken Südkorea und die USA mit ihrem Manöver nicht gerade beruhigend auf die Situation ein, dass in dem Manöver der Angriff eines nordkoreanischen Schiffes simuliert wird spricht Bände.

Letztendlich verfolgt Nordkorea mit dieser Aggression aber wahrscheinlich nur das selbe Ziel wie sonst auch: man wird China versprechen mit dem Säbelrasseln aufzuhören wenn neue Hilfsgüter über die gemeinsame Grenze wandern. Da China jeglichen Konfliktausbruch auf der koreanischen Halbinsel vermeiden will, aus Angst vor Flüchtlingsströmen, wird man wohl dieses mal erneut nachgeben. Zusätzlich wollte Kim Jong-Il vor der Machtübergabe an seinen Sohn Kim Jong-Un wohl erneut seine Macht demonstrieren, um einen reibungslosen Generationswechsel zu gewährleisten.

Der Yeti