Militärputsch in Mali – Rückschlag für eine hoffnungsvolle Demokratie

Es ist ein herber Rückschlag für einen der hoffnungsvollsten Staaten Afrikas. Nach mehreren demokratischen Wahlen hat sich das Militär in Mali erneut an die Macht geputscht. Auslöser waren Rückschläge im Kampf gegen Tuareg-Rebellen. Das Militär sah sich von der Regierung im Stich gelassen.

Es ist ein herber Rückschlag für einen der hoffnungsvollsten Staaten Afrikas. Nach mehreren demokratischen Wahlen hat sich das Militär in Mali erneut an die Macht geputscht. Auslöser waren Rückschläge im Kampf gegen Tuareg-Rebellen. Das Militär sah sich von der Regierung im Stich gelassen.

Das Militärbesetzte zuerst die Zentrale des staatlichen Fernsehens, danach den Präsidentenpalast und erklärte die Regierung um Präsident Amadou Toumani Touré für abgesetzt. Die Verfassung wurde ebenfalls außer Kraft gesetzt. Dem Präsidenten gelang die Flucht in einen ihm loyalen Militärstützpunkt, ein Zeichen dass nicht das ganze Militär hinter dem Putsch steht.

Mit dem Putsch unterbrach das Militär eine afrikanische Erfolgsgeschichte. Mali gilt als eines der demokratischsten Länder Afrikas. Nachdem Amadou Toumani Touré 1990 selber gegen den autoritär regierenden Präsidenten Moussa Traoré putschte, führte er das Land mit einem Übergangsrat in die Demokratie. Bei den ersten demokratischen Wahlen in der Geschichte des Landes wurde Alpha Oumar Konaré 1992 zum Präsidenten gewählt, 1997 gelang ihm die Wiederwahl. 2002 und 2007 ging Amado Touré selber siegreich aus der Präsidentenwahl hervor. Auch zwei Kommunalwahlen wurden bereits ohne nennenswerte Vorkommnisse durchgeführt.

Präsident Amadou Touré

Präsident Amadou Touré

Tuareg-Aufstand als Auslöser

Die Soldaten die den Putsch anführten, gaben als Grund für den Umsturz an, dass die Regierung Tourés nicht in der Lage war, den Tuareg-Rebellen im Norden des Landes Herr zu werden. Die Tuareg, ein Nomadenvolk, kämpfen schon länger um mehr Autonomie für ihr Volk, welches neben Mali auch in Algerien und Niger beheimatet ist. Nachdem bewaffnete Tuareg den Diktator Muammar Gaddafi im libyschen Bürgerkrieg unterstützten, kam es ausgelößt durch die Heimkehrer zu einer neuen Offensive der Nomaden. Im Laufe des Aufstandes musste die Armee Malis mitunter herbe Niederlagen einstecken.

Die internationale Gemeinschaft kritisierte den Putsch und forderte umgehend die Wiedereinsetzung Tourés. Der Präsident selbst wäre bei der kommenden Wahl im April nicht erneut angetreten, da ihm laut Verfassung höchstens zwei Amtszeiten gestattet sind. Die Wahl wurde indes von den Putschisten abgesagt. Was diese genau planen und ob der legitime Präsident einen Versuch starten wird um die Putschisten zu vertreiben, ist nicht bekannt.

Für das afrikanische Land ist der Putsch jedoch ein herber Rückschlag. Es bleibt lediglich zu hoffen, dass der Putsch nicht erfolgreich ist und die Wahlen wie geplant im April stattfinden können. Es wäre eine Schande, wenn erneut eine demokratische Hoffnung in Afrika an den Machtwünschen von Militärs zugrunde geht.