Muammar al-Gaddafi: Das Ende des libyschen Despoten?

Manche Dinge scheinen ewig zu währen – und dann geht alles plötzlich ganz schnell. Mehr als 40 Jahre beherrschte der schillernde Despot Muammar al-Gaddafi Libyen mit einem System der Unterdrückung, bis dem Volk endgültig der Kragen platzte, und die Massen auf die Straße strömten. Steht nun auch sein Ende bevor?

Libyens Despot Muammar al-Gaddafi mit "seinem besten Freund" Silvio Berlusconi

Zustände können ziemlich lange anhalten, ohne jeglichen Schein von Veränderung – und dann geht plötzlich alles ganz schnell. So war es mit den sozialistischen Ländern, die seit dem 2. Weltkrieg unterdrückt wurden, und 1989 innerhalb einiger Monate das gesamte System friedlich stürzten. Und so scheint es nun auch in den arabischen Ländern des Nahen Ostens zu sein. Vor einigen Monaten hätte jeder nur gelacht, hätte jemand die Revolutionen vorausgesagt, noch beim Sturz Mubaraks glaubte man nicht, dass Libyen folgen würde – und nun ist auch hier der Revolutionsfunke übergesprungen.

84 Tote soll es nach Angaben von Human Rights Watch in den letzten Tagen gegeben haben, in der libyschen Stadt Bengasi sollen allein am Freitag mindestens 35 Demonstranten gestorben sein – erschossen von hart eingreifenden Sicherheitskräften. Vor einem Gebäude, dass Gaddafi bei Regierungsbesuchen nutzt, forderten Tausende den Sturz des Despoten, als – vermutlich von Gaddafis Regierung genehmigt – das Feuer eröffnet wurde.

Die Situation in Libyen ähnelt derjenigen der anderen arabischen Staaten: Wohnungsmangel, hohe Arbeitslosigkeit und steigende Lebensmittelpreise sorgen für schlechte Lebensbedingungen, die Demokratie ist nur eine Farce. Trotz seines Rücktritts als offizieller Staatschef kontrolliert Muammar al-Gaddafi mit seinem Clan immer noch das Land, strenge Pressezensur und eine wirkungsvolle gewaltsame Zerschlagung der Opposition schaffen ein System der Unterdrückung, in dem er immerhin schon seit über 40 Jahren herrscht.

Angefangen hatte alles 1969, als Gaddafi nach einer Militärausbildung den “Bund Freier Offiziere” gründete, mit denen er am 1. September den regierenden König Idris durch einen Putsch stürzte und selbst als “Revolutionsführer” die Macht an der Spitze der Militärjunta übernahm. Er versuchte das Land zu einem islamischen sozialistischen Staat zu formen, kehrte davon allerdings später wieder ab. Zwar trat er 1979 als offizieller Staatsführer zurück, doch an der Situation änderte sich rein gar nichts.

Man sagte Gaddafi sogar Verbindungen zu terroristischen Gruppierungen nach, so unterstützte er kämpfende Tuareggruppen südlich der Sahara und steckte angeblich auch hinter einem Anschlag auf einer Berliner Diskothek 1986. Lange Zeit war Libyen dadurch isoliert, erst nach den Terroranschlägen begann er wieder Kontakte zum Westen aufzunehmen, diente sich der USA wieder an und machte sich gleichzeitig als Öl-Staat unentbehrlich.

Der schillernde libysche Despot Muammar al-Gaddafi

Viel bekannter ist er allerdings durch seinen schillernden Charakter und die damit verbundenen Aktionen. Der libysche Staatschef, dessen bester Freund Silvio Berlusconi ist, führt unter anderem eine Fehde mit der Schweiz, der er den Heiligen Krieg erklärte. Die Schweiz als Mafia eine “Bande, die sich nicht um Recht und Gesetz” kümmert, die den Terrorismus finanziert und obendrein Besitzer von Schwarzgeldkonten ermorden lässt, um an deren Geld zu kommen. Der Grund für diese Anschuldigungen: Vor einigen Jahren wurde sein Sohn dort festgenommen, nachdem er zwei Hotelangestellte schlug. Daraufhin forderte Gaddafi, den Staat Schweiz aufzulösen und das Gebiet unter Italien, Deutschland und Frankreich aufzuteilen. Nur Geschäfte, die macht er dort immer noch.

Muammar al-Gaddafi ist nicht nur der dienstälteste, sondern auch der schillerndste unter den arabischen Despoten. Und er weiß seine Macht zu bewahren. Ein brutales System der Unterdrückung, bei dem er sogar öffentlich zur Ermordung von politischen Gegnern aufrief. Kein Wunder, dass sich lange Zeit keiner zu protestieren wagte. Nun aber ist die Hemmschwelle überschritten. Nicht die Abschaltung des Internets vielleicht nicht einmal der Armee-Einsatz kann Gaddafi, der stets behauptete:

“In Libyen herrscht das Volk.”

Für einen demokratischen Wandel ist es nun zu spät, dazu flammt das Feuer der Revolution schon zu hell. Nicht gerade zu Gaddafis Entzücken. Dieser veröffentlichte 1995 ein Buch mit Essays. Darin ging es unter anderem um “die Tyrannei der Massen, die dazu neigen, ihre Führer in die Wüste zu schicken”. Nun steht ihm wohl dasselbe Schicksal bevor.

Das Biest

  • http://asicsaaron.justbuyit.co.za/ Christian

    Auf meinem Ipad sieht dein Blog irgendwie kaputt aus.

  • http://www.geheimnisse-des-himalaya.de Der Yeti

    Dessen bin ich mir bewusst^^ Ich arbeite dran, nur leider hab ich kein Ipad um zu kontrollieren ob die Seite vernünftig angezeigt wird ;-)

  • Pingback: Eskalation in Libyen: Droht ein Bürgerkrieg? : Geheimnisse des Himalaya

  • http://marker-shop24.de Ferhat

    Hallo, ich vermisse hier auch den like Button. Oder nicht gesehen?

  • http://www.geheimnisse-des-himalaya.de Der Yeti

    Wir arbeiten gerade an einem komplett neuen Homepage-Design, da wird der Like-Button dann auch seinen Platz bekommen :)