Nordkorea – Eine dunkle Zukunft?

Machtwechsel in Nordkorea – Kim Jong Ils jüngster Sohn Kim Jong Un steht als designierter Nachfolger seines angeschlagenen Vaters bereit – doch eine echte Veränderung ist nicht in Sicht. Die Hoffnungen, dass Kim Jong Un mit der Politik der Menschenrechtsverletzungen des Vaters und Großvaters brechen wird sind klein. Eine düstere Zukunft für das gebeutelte Land.

Es ist das Land, in dem die Menschenrechte missachtet werden, wie kaum in einem anderen. Ein Land, in dem Meinungs-, Religions-, Presse- und Gewissensfreiheit nur ein schöner Traum sind, der alltäglich beim Erwachen wieder zerplatzt. Ein Land, in dem, wer nicht absolut regimetreu ist, verhaftet, gefoltert oder gar hingerichtet wird – oftmals öffentlich, wie im Mittelalter. Nordkorea ist das Land, in dem wohl niemand freiwillig wohnen möchte, ein Land, das seit Jahrzehnten von einer einzelnen Familiendynastie grausam beherrscht wird.

68 Jahre ist der derzeitige Machthaber der stalinistischen Republik mittlerweile alt, zudem noch schwer krank. 2008 soll er einen Schlaganfall erlitten haben, außerdem leidet er angeblich unter Diabetes und Nierenerkrankungen, wohl eine Folge seines früher sehr hohen Konsums an Alkohol und allgemein an Essen. Seine deutlich angeschlagene Gesundheit ist auch der Grund für dafür, dass der erste Parteitag seit 30 Jahren eigens abgehalten wurde, um seinen jüngsten Sohn Kim Jong Un zum stellvertretenden Vorsitzenden der Militärkommission wie auch zum Mitglied im Zentralkomitee der kommunistischen Partei zu ernennen.

Nach Eskapaden seiner beiden älteren Söhne, einer reiste illegal nach Japan, um das Disneyland zu besuchen, der andere gilt als nicht männlich genug, wurde nun der jüngste von ihnen zum designierten Nachfolger Kim Jong Ils. Es gäbe vieles, dass er besser machen könnte als sein Vater, doch die Hoffnung ist eher gering, zu lange wurde er schon eigens geschult, um später einmal den Machterhalt der Dynastie zu sichern.

Zu tun gäbe es dabei genug. Die Lage in Nordkorea ist prekär, Millionen Menschen leben in Armut, noch immer sind 8 Mio. davon unterernährt, allein 37% der Kinder des Landes. Die gesamte Wirtschaft ist schwach, vielleicht eine Folge der Konzentration auf Militär und Machterhalt, die niemals das Wohl der Bürger im Sinn hatte. Dazu kommen unzählige Menschenrechtsverletzungen. Arbeitslager, in denen politische Häftlinge gequält und erniedrigt werden, bis sie an Unterernährung und Erschöpfung sterben. Folter und (öffentliche) Hinrichtungen sind an der Tagesordnung, wer sich auflehnt, verschwindet und taucht nicht wieder auf. Das Land verlassen darf niemand, Fluchtversuche werden grundsätzlich mit dem Tod geahndet, die Flüchtlinge werden sogar aus dem verbündeten China zurückgeholt.

Zu all dem Elend kommt jedoch auch noch die v.a. außenpolitische Aggressivität des diktatorischen Staates. Atomwaffen, Konflikte mit Südkorea, Attentate auf südkoreanische oder amerikanische Einrichtungen und Persönlichkeiten, aber auch immer wieder unglaubliche Geschichten. Mindestens 4000 Menschen sollen seit dem Ende des Koreakrieges, der 1953 die Spaltung des Landes besiegelte, in den Norden entführt worden sein. Die wenigstens davon kehrten jemals zurück.

Menschlichkeit, Mitfühlen, jeglicher Sinn für die zahllosen Nöte der Bevölkerung sind den Diktatoren Nordkoreas schon lange abhanden gekommen. Nur die Allgegenwärtigkeit des Militärs, Hinrichtungen, Folter, Arbeitslager und viele andere grausame Strafen können den Machterhalt noch sichern und Unruhen verhindern. Es wäre wirklich an der Zeit, einmal eine Politik des Friedens und der Humanität zu beginnen, doch die Hoffnungen auf einen Systemwechsel sind auch unter Kim Jong Un gering. Man kann nur hoffen, dass auch dieses arme, gebeutelte Land irgendwann eine neue Chance bekommen wird.

Das Biest

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  • http://love2807.blogspot.com/ Anonymous

    eigentlich kanns mit ja egal sein…..
    …naja was solls

    Ich gebe dir Recht dass die Menschen keinen wirklichen Anspruch auf Menschenrechte haben.
    Aber dennoch ist dieser Artikel meines erachtens nach zu einseitg und spiegelt die tatsächliche Situation in Nordkorea nicht wider.
    Du schreibtst “[...]Millionen Menschen leben in Armut[...]”
    Ich zitiere hier aus einem Reisebreicht eines deutschen Dipl.-Ing: “Das BSP pro Einwohner wird auf 1200 US$ / Jahr geschätzt. Das sind 1/3 von China oder 1/33 von Deutschland. Allerdings immerhin noch 50% mehr als Kambodscha und 1/3 mehr als Indien. Aber was sagen solche Zahlen? Offensichtliche Armut haben wir nicht gesehen, die Menschen einfach aber sehr ordentlich gekleidet (etwas im Stil wie in China in der 80ern), keine Obdachlosigkeit, keine Slums. Kein Vergleich mit den elenden Behausungen in den Dörfern Kambodschas oder mit den unerträglichen Obdachlosensiedlungen in den Großstädten Indiens aber auch der USA.” Natürlich macht das die Sache nicht besser dennoch erweckt(oder vielmehr bestätigt für westl) deine Version die Vorstellung es liege ALLES am Kommunismus etc.
    Desweiteren gilt NK als abgeschottetes Land, doch darf ich bitte daran erinnern dass es die westl. Länder sind Sanktionen verhängt haben. Selbst wenn NK mit anderen Ländern zusammenarbeiten wollen würde wäre es ihnen gar nicht möglich. Es wird auch nie erwähnt dass die wirtl. Lage NKs anfangs besser lief als die SKs. Erst seit dem Fall der SU ist das Land in tiefe Krise(n) gestürzt. Man muss zudem versuchen zu verstehen warum alles so strikt ist in NK. Sie hatten Angst ihr Land an dem Feind (USA) zu verlieren. Das am Ende alles so gekommen ist wie es ist…konnte keiner ahnen. (was wäre wohl aus dem Land wenn die SU nicht untergegangen wäre…) glaube nicht dass es die ursprüngliche Absicht war.
    Ich möchte auch noch an dem Regierungswechsel anknüpfen: Dieser wird gleich negativ bewertet aber ist es nicht die beste zeit sich von neuem mit NK auseinanderzusetzen, Kontakt aufzunehmen?! Dies kann nicht geschehen wenn die Politiker und Medien im Westen nicht endlich anfangen ihren Blickwinkel zu erweitern. Doch wen interessiert schon NK. Die haben ja kein Öl oder sonst was das man ausplündern könnte. Lieber redet man nur überall schlecht über sie und schaut aber dann weg.
    Mein letztes Zitat:
    Aber wird Korea in den Medien überhaupt „beschrieben“?Vor und nach unserer Reise habe ich viel im Internet recherchiert, es gibt offenbar keine Artikel, die sachlich über Korea berichten, Landschaft, Menschen und Kultur darstellen, sich mit Vor- und Nachteilen der koreanischen Politik auseinandersetzen. Polemik, Hass und Spott, das ist alles.[...]Der Spiegel machte vor kurzem aus Narkose ohne Medikamente reißerisch
    „Operationen in Nordkorea ohne Narkose“,so wird Meinung manipuliert.
    Also ich persönlich würde sehr gern nach NK, nicht nur um mir mein eigenes Bild zu machen sondern auch um eine andere Kultur kennenzulernen die sehr Interessant zu sein scheint.
    Ich will nichts in NK verschönern, das hilft den Leuten nichts. Aber es hilft ihnen genauso wenig, nicht verstanden zu werden; dadurch schottern sie sich nur noch mehr ab.
    mfg

    hier den link zu dem reisebericht:
    http://nordkoreainfo.files.wordpress.com/2010/09/nordkorea-ein-reisebericht-von-volker-muller.pdf

  • froanc

    “es gibt offenbar keine Artikel, die sachlich über Korea berichten, Landschaft, Menschen und Kultur darstellen, sich mit Vor- und Nachteilen der koreanischen Politik auseinandersetzen.”

    Doch die gibts es, erst letztens kam in der ARD eine hervorragende Dokumentation üder das Leben in Nordkorea, mit dem Schwerpunkt Kultur. Nur leider dreht sich auch in der Musik, Malerei und Kunst alles um Kim Jong Il, und wie er als harter Diktator herrscht und Andersdenken verbietet .

    Über Vorteile der nordkoreanischen Politik wird außerdem nicht berichtet, weil es praktisch keine gibt. Kim Jong Il ist, wahrscheinlich genauso wie sein Sohn Kim Jong Un es sein wird, der “geliebte Führer”, dem niemand widersprechen darf.

  • Das Biest

    Zuerst einmal möchte ich sagen, dass ich nie behauptet habe, dass alle Probleme NKs am Kommunismus liegen, denn für mich hat die dortige Dikatur nicht unbedingt mehr so viel mit Kommunismus zu tun, denn dass sich Kim Jong Ils Truppe um das gleiche Wohlergehen für alle Menschen bemüht, kann man nicht behaupten. Man sehe sich nur mal an, wohin Lebensmittellieferungen z.B. von Südkorea als Erstes wandern. Für mich ist nicht der Kommunismus das Problem, sondern die Gewaltherrschaft unter Missachtung sämtlicher Menschenrechte, die ich in keinem Sinne gutheißen kann. Ginge es nur darum, dass NK kommunistisch ist, hätte ich mit dem Land kein Problem.
    “Nach Schätzungen der Welternährungsorganisation (engl. Food and Agriculture Organization, FAO) sind noch heute acht Millionen Menschen in Nordkorea chronisch unterernährt. Eine Untersuchung des World Food Programs im Jahr 2004 ergab, dass 37 % aller Kinder chronisch unterernährt seien.” (Wikipedia)
    Wie gut oder schlecht es den Menschen in NK nun wirklich geht, kann ich natürlich nicht beurteilen, doch dass es Hungersnöte und ähnliches gibt, ist kaum zu bezweifeln, und da tut die nordkoreanische Regierung eindeutig zu wenig. Mag sein, dass die Isolierung und die Sanktionen ihren Teil dazu beitragen, doch solche innenpolitischen Probleme alleine auf die Ächtung durch andere Staaten abzuschieben, wäre ungerecht und würde wohl auch nicht der Wahrheit entsprechen.
    Und zum Punkt Kultur etc, es ging mir nicht darum, etwas über die Kultur Nordkoreas zu erzählen, sondern über die politische Situation und die offensichtlichen sich häufenden Menschenrechtsverletzungen, die von der Regierung ausgehen. Vielleicht ist meine Meinung über Kim Jong Un voreilig, doch bis jetzt habe ich kein Wort gehört, dass irgendeine Hoffnung wecken kann, dass er die Dinge besser machen wird, als sein Vater. Vielleicht, hoffenswerter Weise täusche ich mich ja, deswegen auch das Fragezeichen hinter dem Titel, doch bis jetzt gibt es keinen wirklichen Anlass zur Hoffnung.
    Ich wollte mit dem Artikel niemals die Nordkoreaner verurteilen oder schlechtmachen, ich weiß, dass NK wie jedes andere Land auch, eine faszinierende Kultur und Landschaft hat, doch das täuscht eben auch nicht über die dortige Lage hinweg, die zu beschreiben Ziel meines Artikels war.

  • froanc

    Wenn wir schon gleich über den Kommunismus reden, wie kann er denn kein Problem darstellen? In jedem Land mit einem sozialistischem Regime litten die Menschen ähnlich wie jetzt in Nordkorea, wenngleich nicht immer ganz so drastisch.

    Kommunismus hört sich zwar vielleicht schön an, hat aber in der Geschichte noch nie funktioniert und wird es auch nicht. Demokratie und Kommunismus lassen sich grundsätzlich nicht vereinbaren.

  • Uccello

    Wie es eine Lehrerin mal so schön gesagt hat, die Menschen sind viel zu egoistisch… Deswegen funktioniert kein Kommunismus. Denn manche Ideen wären ja nicht einmal so schlecht, wenn es dann nicht Menschen gäbe, die doch wieder die Macht an sich reißen und die anderen Menschen unterdrücken…