Von Immigration, Integration und Assimilation – Teil 3

Integration ist das Schlagwort der vergangenen Woche, das Schlagwort eines Debatte um Immigration in Deutschland. Integration ist vor allem für viele eine Selbstverständlichkeit. Dennoch sollte man sich fragen: Wo hört Integration auf und fängt eine unzumutbare Assimilation an?

Teil 3 – Migranten in Deutschland – Zwischen Integration und Assimilation

Integration, das Schlagwort der vergangenen Woche, eines der wahrscheinlich meist verwendeten Wörter in den Medien. Seit Thilo Sarrazin diskutiert ganz Deutschland über dieses höchst umstrittene Thema, mit kontroversesten Meinungen. Nur in einem sind sich eigentlich alle einig: Integration muss sein, wer in einem fremden Land leben will, muss auch dazugehören wollen.

Doch dann kommen wieder Andere, wie beispielsweise der türkische Politiker Erdogan, die der Ansicht sind, man dürfe es mit der Integration aber auch nicht übertreiben. Natürlich müssten die Türken in Deutschland die deutsche Sprache erlernen, doch die türkische Sprache und Kultur dürften keinesfalls darunter leiden. Besonders hohe Wellen schlug eine Aussage seinerseits, in der er im Prinzip auf die Verbrechen Deutschlands im 2. Weltkrieg hinwies:

“Assimilation ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.”

Verständlich, dass da manchen der Kragen platzte. Zu behaupten, Deutschland wäre noch immer so kulturdominant wie in Zeiten das Nationalsozialismus kann leicht eine persönlich genommene Beleidigung sein. Dennoch sollte man sich vielleicht die Frage stellen, ob Erdogans Forderung nicht auch eine gewisse wahre Kernaussage hat. Wie weit darf Integration gehen, bevor eine unzumutbare Assimilation beginnt?

Dass Integration sein muss, steht außer Frage. Migranten haben, wollen sie in Deutschland bleiben, eben die Pflicht, die deutsche Sprache zu lernen, ihre Kinder auf die bestmögliche erreichbare deutsche Schule zu schicken, und natürlich sich den Gesetzen in Deutschland anzupassen. Zwangsheiraten sind hier eben nicht erlaubt, genauso wenig wie das Schlagen der Ehefrau oder die zwangsweise Verhüllung. All das scheint selbstverständlich, auch wenn es das in manchen Fällen leider noch nicht ist.

Doch dann kommen diejenigen, denen es am Liebsten wäre, all die Migranten, besonders die anderer Religionen, also beispielsweise der türkischen Muslime, würden werden wie die Deutschen. Deutsche Traditionen pflegen, am Besten gar kein Türkisch mehr sprechen beziehungsweise den Kindern (neben Deutsch) beibringen. Und am Allerbesten natürlich auch die Religion mit allen Traditionen und Wertvorstellungen ablegen.

Aber das ist natürlich Unsinn. Niemand kann verlangen, dass ein Immigrant sämtliche Bindungen zur alten Heimat aufgibt, und sich plötzlich wie der perfekte Deutsche verhält, obwohl er es nicht ist. Ganz besonders gilt das natürlich für die Religion.  Die Muslime (wie auch alle anderen) haben ein Recht, ihre Religion hier in Deutschland auszuüben, dafür gibt es ja die Religionsfreiheit, und zu diesem Recht gehört auch der Bau von entsprechenden Gotteshäusern, sprich Moscheen. Und vor allem haben sie das Recht, Muslime zu sein, ohne dafür schief angesehen oder gleich als Islamisten verurteilt zu werden. Das Argument, Menschenrechte würden in einigen islamischen Ländern ebenfalls nicht geachtet, ist noch lange kein Grund, die Menschenrechte, die man sich vielleicht beispielsweise für Christen im Irak wünscht, dann nach dem Motto “Auge um Auge, Zahn um Zahn” oder “Wie du mir, so ich dir” für die Muslime in Deutschland einzuschränken. Vor allem kann man aber die in Deutschland lebenden Muslime nicht für das beschuldigen und bestrafen, dass ihre Glaubensbrüder in einem anderen Land tun.

Die Grenze zwischen Integration und Assimilation kann man nie ganz eindeutig ziehen, und Streitthema wird dies noch lange bleiben. Deswegen ist es auch so wichtig, dass beide Seiten aufeinander zugehen. Die Immigranten müssen sich in Deutschland integrieren wollen, und die Deutschen müssen ihnen dabei helfen, vor allem aber müssen sie Respekt gegenüber der Kultur und Religion des Anderen haben. Toleranz ist ein Wort, über das vielleicht jeder einzelne von uns nachdenken sollte, denn es ist wohl das Wort, das es möglich macht, solche Schwierigkeiten und Streite zu überwinden.

Das Biest

 

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