Wehrpflicht oder Berufsarmee?

Das ist eine Frage die nicht nur die Politik beschäftigt. Die Musterung und der Grundwehrdienst sind den Kriegsgegnern und Schulabgängern schon lange ein Dorn im Auge. Wer im Internet nach Möglichkeiten sucht den Dienst an der Waffe zu umgehen, der wird auch schnell fündig. Durch die Vorstöße des aktuellen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg ist die Frage nach dem Sinn der Wehrpflicht aktueller den je.

Das ist eine Frage die nicht nur die Politik beschäftigt. Die Musterung und der Grundwehrdienst sind den Kriegsgegnern und Schulabgängern schon lange ein Dorn im Auge. Wer im Internet nach Möglichkeiten sucht den Dienst an der Waffe zu umgehen, der wird auch schnell fündig. Durch die Vorstöße des aktuellen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg ist die Frage nach dem Sinn der Wehrpflicht aktueller den je.

Die Geschichte der Wehrpflicht in der Bundesrepublik Deutschland ist lang. Eingeführt im Staat Preußen nach der katastrophalen Niederlage gegen den französischen Kaiser Napoleon I., wurde sie nach der Gründung des deutschen Kaiserreiches in dessen Verfassung übernommen. Der Patriotismus dieser Zeit trug seinen Teil zum Erfolg der Wehrpflicht bei, der Dienst für den Kaiser galt als Ehrensache. Nach dem 1. Weltkrieg und dem Ende des Kaiserreiches wurde die Wehrpflicht abgeschafft. Laut dem Friedensvertrag von Versailles sollte die Armee der Weimarer Republik auf eine Berufsarmee von 100.000 Mann beschränkt werden. Erst nach der Machtergreifung Hitlers wurde sie, unter großem Protest des Völkerbundes, wieder eingeführt. Für Hitlers Eroberungspolitik war eine riesige Armee nötig, die Wehrpflicht verschaffte ihm diese. Auch hier sorgte der anschwellende Patriotismus für wenig Protest und große Begeisterung in der Bevölkerung. Für den Führer wollte man sterben.

Mit dem Ende des 2. Weltkriegs und dem drohenden Krieg zwischen den neuen Supermächten, der USA und der UdSSR, wurde auch die Wehrpflicht, zusammen mit der Möglichkeit des Zivildienstes,wieder in die Verfassung der neugegründeten deutschen Staaten aufgenommen. Diese Situation der ständigen Kriegsgefahr wurde nun aber durch zwei parallele Entwicklungen in der Weltgeschichte entschärft: Die Bildung der Europäischen Union und den Zerfall der Sowjetunion. Hiermit fällt ein großes Argument für die Wehrpflicht. Eine ständige Kriegsbereitschaft ist nun nicht mehr nötig, Deutschland ist nicht mehr unmittelbar durch einen Krieg bedroht. Dennoch hält die deutsche Regierung an der Wehrpflicht fest. Damit ist Deutschland eine von 4 Nationen innerhalb der EU (zusammen Dänemark, Österreich und Griechenland) die die Zeichen der Zeit nicht erkannt haben.

Dabei liegen die Vorteile einer Berufsarmee klar auf der Hand. Eine solche Berufsarmee, bestehend aus Menschen die sich wirklich für eine Militärkarriere interessieren, wäre nicht nur effektiver, sondern würde auch den Ruf der Bundeswehr als “Zeitverschwendung” und “Drillkammer der Nation” verbessern, da nun niemand mehr zum Kriegsdienst gezwungen werden würde. Das Argument eines Aussterbens der Armee ist unnötig da bereits heute 77% der Bundeswehr aus Berufs- und Zeitsoldaten besteht. Wer also zur Armee möchte, der kann gehen, wer nicht, der kann die Bundeswehr einfach ignorieren.

Weiterhin ist es klar das ein Wegfall des Musterungsapparats und eine Verkleinerung der Soldatenanzahl den deutschen Haushalt erheblich entlasten würde. Das Geld könnte für wichtigere Dinge ausgegeben werden, es wäre möglich die von der FDP so vehement geforderten Steuerentlastungen durchzuführen.

Ich selber wurde mit T5 ausgemustert. Von der Debatte bin ich also nicht direkt betroffen. Dennoch finde ich es wichtig, dass dieses Relikt des Kalten Krieges abgeschafft wird. Deutschland ist in Europa und der Welt integriert, die Zeiten der der immerwährenden Kriegsgefahr sind vorbei.

Der Yeti

  • http://senfgurkenglas.wordpress.com senfgurkenglas

    Ich wage den letzten Satz anzuzweifeln.

  • http://deryeti.wordpress.com Der Yeti

    Darf ich fragen warum?

    Der Yeti