Counter Strike: Ein Opfer der Medien?

Counter Strike, kurz CS, ist ein 2000 veröffentlichtes Computerspiel welches zu einem der Kultspiele in der LAN- und Internet-Szene avancierte. In der Öffentlichkeit hat sich, mit großer Hilfe der Medien, die Ansicht breit gemacht, in CS gehe es nur ums töten, man macht es sogar, zum Beispiel, für die Amokläufe in Erfurt und Winnenden verantwortlich.

Counter Strike, kurz CS, ist ein 2000 veröffentlichtes Computerspiel welches zu einem der Kultspiele in der LAN- und Internet-Szene avancierte. Ziel des Spiel ist es mit der Hilfe seines Teams das andere Team auszuschalten. Zur Auswahl stehen Terroristen und eine Antiterroreinheit, die Gegner werden mit verschiedenen Schusswaffen (das Repertoire reicht von einfachen Pistolen bis zu Scharfschützengewehren) bekämpft. Durch die verschiedenen Waffentypen und die mitunter komplexen Karten ist es nötig im Team zu arbeiten und die Umgebung taktisch auszunutzen. Sinnloses vorstürmen führt selten zum Ziel.

Um das Spiel selber hat sich eine aktive Online-Community gebildet, in sog. E-Sport-Ligen kommt es regelmäßig zu Turnieren und Meisterschaften, den Gewinnern winken mitunter hohe Prämien. In der Öffentlichkeit hat sich, mit großer Hilfe der Medien, die Ansicht breit gemacht, in CS gehe es nur ums töten, man macht es sogar, zum Beispiel, für die Amokläufe in Erfurt und Winnenden verantwortlich. Für Counter Strike und ähnliche Computerspiele hat sich der Begriff “Killerspiele” eingebürgert, der sich laut unseren Innenministern folgendermaßen definiert:

„[…]Spiele, bei denen ein wesentlicher Bestandteil der Spielhandlung die virtuelle Ausübung von wirklichkeitsnah dargestellten Tötungshandlungen oder anderen grausamen oder sonst unmenschlichen Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen ist […]“ (Beschlüsse der 188. Sitzung der Innenministerkonferenz, 5. Juni 2009)

Das ist voreilig und stumpfsinnig. Wie bereits geschrieben ist Taktik ein wesentlicher Bestandteil des Spiels. Einzelkämpfer (bei allen bisher verübten Amokläufen handelt es sich um Einzeltäter) haben kaum eine Chance. Weder ist es bewiesen dass “Killerspiele” die Aggressivität in besonderem Maße steigern, noch lernt man durch CS den Umgang mit echten Waffen. Woher dann aber diese Vorurteile?

Die Mehrheit der Menschen die solche Vorurteile über Counter Strike besitzen haben dieses Spiel keine einzige Minute gespielt. Sie bekommen diese Vorurteile durch die Medien und unsere Politiker, die versuchen von den wahren Problemen der deutschen Gesellschaft (wie Leistungsdruck, Mobbing und familiären Problemen) abzulenken. Counter Strike diente hier als Opfer um schnell eine Lösung für alle Probleme präsentieren zu können, da die wirklichen Probleme Zeit und Geld kosten. Hier eine falsche Information rausgegeben, dort irgendeine Studie aus der Luft gegriffen und schon kann man in den Köpfen der Bevölkerung eine falsche Vorstellung von dem liefern was die Mehrheit von ihnen nicht kennt. Im folgenden Video sind nur einige Beispiele zu sehen:

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=R9JRm3iQQak]

Doch das ist nur meine Sicht der Dinge. Für Diskussionen und Kritik steht die Kommentarfunktion zur Verfügung.

Der Yeti

  • Max

    ein gelungener blog philipp :) gebe dir vollkommen recht. die meisten der leute die ihren hass auf sog. ”Killerspiele” schieben (das einzige wirkliche Killerspiel das ich kenne ist Hitman) haben noch nie ein solches spiel gespielt bzw. auch nur zugeschaut. aus eigener erfahrung kann ich sagen dass die freude über den kill eines gegners nicht darin besteht ihn getötet zu haben, sondern darin besser zu sein wie er. das gilt für jedes andere (brett-)spiel, sportart oder von mir aus auch noch schulischen leistungen genauso. wie von dir genannt gibt es ja ausch e-sport ligen die höchst professionell ablaufen und rein auf taktik und auf spielerisches verständnis sowie können abzielen. nur das team mit der besten taktik gewinnt, nicht das brutalste. die kritiker (konstruktive und mit ausfürhlichen hintergundinformationen gezeichnete kritik ausgenommen) und ignoranten verschließen ihre augen mehr oder weniger bewusst vor der realität und stecken alle die dieser riesigen, durch alle altersklassen vertretene community in eine schublade mit psychisch gestörten kriminellen und bringen dadurch dei ganze szene in verruf. hätten diese kritiker in allem recht so müssten mehrere millionen amokläufer allein in deutschland herumlaufen! dass das nicht so is weiß hoffentlich jeder selber. nicht umsonst zählen videospiele inzw. zu kulturgut.

    mfg,
    max

  • http://deryeti.wordpress.com Der Yeti

    Danke für das Kompliment :) und guter Kommentar, der ist ja fast schon ein eigener Blogeintrag ;)