Gastbeitrag: K13 – Das Beste kommt zum Schluss?

Jetzt ist es also bald soweit. Die 13. Klasse ist nunmehr schon über zwei Wochen alt und ich kann es irgendwie immer noch nicht ganz glauben, dass ich jetzt zu den ältesten gehöre. Irgendetwas muss sich doch geändert haben, in all den Jahren. Irgendwie muss man doch wohl spüren, dass es aufs Ende zugeht. Aber ich sitze an meinem Schreibtisch, genauso wie noch letztes und vorletztes Jahr; das Wissen häuft und verringert sich wieder wie eine Kurvendiskussion in Infinitesimalrechnung. Aber nichts, nichts lässt darauf schließen, dass es nun in sechs Monaten zu Ende ist. Wenn da nicht diese Gedanken wären.

Nachfolgend der erste von verschiedenen Gastbeiträgen. Wer selber den Wunsch pflegt, hier einen Beitrag zu veröffentlichen, der versucht es am besten über unsere Facebookseite. Der folgende Artikel stammt von einer meiner Mitschülerinnen:

Etwas über einen erstaunlichen Fund und verborgene Sentimentalitäten

Jetzt ist es also bald soweit. Die 13. Klasse ist nunmehr schon über zwei Wochen alt und ich kann es irgendwie immer noch nicht ganz glauben, dass ich jetzt zu den ältesten gehöre. Irgendetwas muss sich doch geändert haben, in all den Jahren. Irgendwie muss man doch wohl spüren, dass es aufs Ende zugeht. Aber ich sitze an meinem Schreibtisch, genauso wie noch letztes und vorletztes Jahr; das Wissen häuft und verringert sich wieder wie eine Kurvendiskussion in Infinitesimalrechnung. Aber nichts, nichts lässt darauf schließen, dass es nun in sechs Monaten zu Ende ist. Wenn da nicht diese Gedanken wären.

Auf der Suche nach einem alten Hefteintrag zu einer Lektüre in der 10. Klasse – die mir im Übrigen wie in einem anderen Universum erscheint – bin ich über meine Englisch-Workbooks gestoßen. Und mir fiel die Kinnlade schier hinunter, weil ich so erschrocken über meinen Fund war. Die Seiten beginnen, einen beigen Farbton zu bekommen, vergilbte Seiten wie im Fotoalbum meines Großvaters. Aha, so alt bist du nun also doch schon. Und was nun?

Natürlich freue ich mich auf das Leben nach der Schule. Keine 1.500 Gesichter jeden Tag, nicht immer wieder die gleichen Marotten der Lehrer, nicht mehr abhängig sein müssen von Noten und diesem Gebäude. Aber es wäre so sehr gelogen, wenn ich nicht hinzufügen müsste, wie sehr mir das alles fehlen wird. Auch das ist mir in den Hefteinträgen meiner Unter- und Mittelstufe entgegengesprungen: Viele mit Unsinn verbrachte Unterrichtsstunden, ohne jeglichen Lernerfolg – aber waren das nicht die Schönsten? Als wir beschlossen, in den Wintermonaten Kinderpunsch im Unterricht zu trinken, uns kippelnd an die Wand lehnten und uns so enorm groß vorkamen, weil wir aus dem Skilager mit unseren ersten Freunden Heim kamen. Uns einen Platz ergattert hatten in diesen unendlichen Weiten der Schule. Und wie stolz wir nur waren, das erste Mal Händchen haltend durch die Schule zu spazieren und allen zu zeigen: „Ich bin jetzt schon groß!“. So sehr wir es uns damals gewünscht haben, so sehr möchten wir es heute manchmal verleugnen. Wenn auch nur ganz tief drinnen – denn im Grunde ist das ja alles „so ätzend“. Schon allein der Gedanke an die quengelnden Fünften, die fangen-spielend durch die Aula hetzen und dabei sämtliche Kollegstüfler über den Haufen rennen. Natürlich hasse ich das.

Ab und zu – wenn ich gerade mal über meiner Facharbeit brüte und mir eigentlich sehr komisch vorkomme, wenn ich daran denke, wie sehr in der Ferne mir diese Tätigkeit früher vor kam – schaue ich dann aus dem Fenster und bin so froh, dass ich das alles erlebt habe. Die Leute, gefundene echte Freundschaften, unbeschwerte Freiheit bei Schulschluss, die wunderschönen Momente im Kreis der Freunde in den Pausen. Doch bei aller Wehmut, dieses Gefühl bleibt und ich weiß, dass ich mich mit diesem nach Abzug aller Schwierigkeiten positivem Gefühl in ein paar Jahren an die Schule erinnern werde wie in einem längst vergessenen Traum. Und vielleicht erinnert mich ein vergilbtes Englisch-Workbook wieder an diese Zeit.

Katha L.

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    wie wahr, wie wahr…