Warum die Rückrunde gut wird – Teil 1

Der 1. FC Köln, der VfB Stuttgart und die Gladbacher Borussia werden einige Tore schießen müssen, um ihre Teams aus dem Sumpf zu ziehen. Wie das gehen soll? Ich habe da die ein oder andere Idee.

Lukas Podlski (1. FC Köln), Herr Marica (VfB Stuttgart) und Marco Reuß (Borussia Mönchengladbach) werden einige Tore schießen müssen, um ihre Teams aus dem Sumpf zu ziehen.

Lukas Podolski (1. FC Köln), Herr Marica (VfB Stuttgart) und Marco Reuß (Borussia Mönchengladbach) werden einige Tore schießen müssen, um ihre Teams aus dem Sumpf zu ziehen.

Willkommen, willkommen.
Zum Teil 1 meines unfassbar Kompletenten Rückrundunen-Vorschau-Geredes, das ich erstelle, obwohl ich zuvor schon klar gemacht habe:
Was passieren wird, weiß keiner.
Und genau deswegen habe ich mir gedacht: Scheiß drauf!
Ich glaube, dass die Rückrunde für alle Teams gut wird.
Und warum, erkläre ich euch.
Dass das letzlich gar nicht klappen kann ist mir aber auch klar.
Es lebe die Utopie!

Platz 18: Borussia Mönchengladbach

Platz 18: Borussia Mönchengladbach

Gladbach wird es verdammt schwer haben.
Da brauchen wir gar nicht groß drüber reden.
Die guten Herren stehen mit 10 Punkten so arg am Ende der Tabelle, dass es schon weh tut.
Der Rückstand auf den Regelgationsplatz berägt 5, auf den Klassenerhalt sogar 7 Punkte.
Und damit kann Gladbach bald schon so gut spielen, wie sie wollen:
In der eigenen Hand haben sie es nicht mehr.

Mal rein theoretisch gesehen: In den verbleibenden 17 Spielen kann man noch 51 Punkte holen.
Letztes Jahr landete Bremen mit 61 Punkten auf Platz 3.

Okay, seien wir mal realistischer:
Für einen Klassenerhalt braucht man mathematisch irgendwas um 50 Punkte, nach menschlichem Ermessen aber 40.
Das heißt: Gladbach braucht 30 Punkte in der Rückrunde.
Hannover 96 hat in der Hinrunde 31 geholt. Die sind jetzt 4.
Also: Um auf die 40 zu kommen braucht Gladbach schon eine unfassbar gute Rückrunde.
Aufbauend auf den Leistungen der Hinrunde: Unschaffbar.

Dem 1. FCN langten letztes Jahr 31 Punkte um den Relegationsplatz zu erspielen.
Also: Gladbach braucht eine 310%ige Steigerung, um dieses Jahr noch in der Relegationsrunde eine Chance zu haben.

Wie soll Gladbach zu dieser Steigerung kommen – man weiß es nicht.
Beim besten Willen.
Gut. Gladbach hat 4:0 gegen Köln, sogar 6:3 gegen Leverkusen gewonnen.
Auf solchen Siegen ließe sich natürlich aufbauen.
Was man aber auch sagen muss:  Die Gladbacher Jungens sind gegen diese Teams auf Gegner gestoßen, die sich quasi nicht gewehrt haben.

Dass Gladbach trotzdem drin bleibt hat einen einfachen Grund:
In vielen Spielen fehlte letztlich nur der glückliche Moment.
Gegen Hamburg (1:2) Hannover (1:2), Mainz (2:3), Hoffenheim (2:3) und St. Pauli (1:2) verlor man jeweils Denkbar knapp, auch unnötige Remis wie gegen München (3:3) oder Nürnberg (1:1) sind Punkte, die man mit etwas mehr Glück eben holt.
Ist also die Glücksfee auf der Seite der Gladbacher, sind die Jungs locker Kandidat für den Relegationsplatz.
Dazu müssen sie aber vor allem noch eines Abschalten: 4:0, 7:0, 4:1, 4:1, 3:0, 3:0.
Solche Niederlagen tun einfach weh.
Ob die Verpflichtung von Hanke da die richtige Wahl war?
Na ja, dann verliert man ab jetzt eben 7:1 und 4:2.
Solange Hanke es schafft, die dummen Niederlagen zumindest zu Remis umzubiegen, ist der Klassenerhalt greifbar.

Platz 17: VfB Stuttgart

Platz 17: VfB Stuttgart

Ein Tippfehler. Siebzehnter?
Anzeigefehler. Der VfB Stuttgart?
Neeee… das geht ja gar nicht.
Oder… ?
Doch. Das stimmt schon.
1:4 gegen Bayer?
3:5 gegen die Bayern?
Das macht doch gar keinen Sinn.
Hä?
6:0 gegen Bremen? Gewonnen?
7:0 gegen Hannover?

Was ist das denn?
Ist das Stuttgart?
Zwei Trainerwechsel in einer Halbsaison?
Bruno Labbadia?

Oh je.
So sehr ich mich anstrenge, es fällt mir schwer, zu verstehen, was in Stuttgart los ist.
Was ich verstanden habe: Die haben Labbadia verpflichtet.
Dumme Idee.
Ganz dumme Idee.
Ach, Leute, schaut euch doch mal an, was der in Leverkusen und Hamburg erreicht hat!
Ach ja, genau! Gar nix!
Warum verpflichtet der VfB einen Trainer, der bei seinen Ex-Clubs in der Rückrunde standardmäßig abstürzt und noch dazu keinen Schimmer hat, was ein Abstiegskampf eigentlich ist?
Ich weiß es nicht.
Es weiß auch keiner, was los ist mit dem VfB.

Ich glaube: Labbaadia ist keine Verstärkung.
Wenn er es schafft, es sich mit der Mannschaft ähnlich schnell zu verscherzen wie bei Bayer 04 und dem HSV, dann ist er das, was sich jeder Karlsruher gewünscht haben dürfte: Der Sargnagel für Stuttgart.

Die einzige Chance, die ich für den VfB sehe: Holt euch Hans Meyer.
Ansonsten finde ich leider kein Argument dafür, warum die Rückrunde für Stuttgart gut wird.
Die “Stars” sind Divas, die in diesem Jahr durch konstante Passivität überzeugen.
Der Rest des Kaders ist mit zweitklassigen Auswechseln aufgefüllt, die vielleicht in Liga 2 als effektive Backups funktionieren, aber nicht in der ersten.
Die Fans haben jetzt schon keinen Bock mehr, und auch wenn sie sich nach dem 3:6 im Pokal gegen München solidarisch zeigten, glaube ich kaum, dass das Pulverfass Cannstatter Kurve noch lange zurückgehalten werden kann.
Stuttgart muss zu Beginn der Rückrunde richtig dick Punkten.
Herzliche Glückwurst, VfB:
18. Spieltag – FSV Mainz 05 – Aktuell Tabellen 2.
19. Spieltag – Borussia Dortmund – Aktuell Tabellen 1.
20. Spieltag – SC Freiburg – Aktuell Tabellen 6.
21. Spieltag – Borussia Mönchengladbach – Aktuell Tabellen 18.
22. Spieltag – 1. FC Nürnberg – Aktuell Tabellen 11.
23. Spieltag – Bayer Leverkusen – Aktuell Tabellen 3.

Stuttgart wird also allen Wetten nach aus den ersten drei Spielen außer jeder Menge Gegentoren wenig Mitnehmen.
Danach wird die gebeulte Truppe gegen Gladbach und Nürnberg auch nur einen Punkt holen, um dann in Leverkusen unterzugehen.

Gut, das ist sehr negativ.
Die Chance liegt hier:
Gewinnt Stuttgart gegen Mainz und Dortmund, ist das Potential für einen richtig mächtigen Lauf.
Und genau dann bleibt Stuttgart drin.

Platz 16: 1. FC Köln

Platz 16: 1. FC Köln

Beide Derbys verloren!
Nur 18 Tore gemacht!
Und 33 kassiert!
Oh mein Gott!

Der Express sieht den FC auf Champions-Leauge-Kurs.
Alle anderen nicht.

Selbst die hoffnungslosesten Optimisten dürften mittlerweile gemerkt haben, dass es für den FC düster aussieht.
Aber ganz so düster ist es gar nicht.
Von den drei Teams im Keller wird Köln am ehesten drin bleiben.
Podolski ist ein Spieler, der sein Potential definitiv noch nicht entfaltet hat.
Das Problem an Podolski ist: Es könnte sein, dass das Potential von Lukas im Geldbeutel von Jogi Löw liegt.
Und der gibt es ihm nur dann, wenn Podolski für ihn spielt.
Und das nutzt dem FC wenig.
Sollte Podolski allerdings auf seine polnischen Wurzeln zurückkommen und dem Jogi-Bär seinen Geldbeutel mopsen, ist Podolski vielleicht der Rettungsanker für den FC.
Vielleicht aber auch nicht. Wer weiß. “Poldi” ist eine Wundertüte, die dieses Jahr hauptsächlich unfassbar nützliche YPS-Urzeit-Krebse enthalten hat. Die sind zwar cool, aber sehr langsam und wenig torgefährlich.
Was ich sagen will: Das einzige was Podolski bislang beim FC bewirkt hat ist ein Anstieg der Trikotverkäufe.

Und nun kommt Novacovic zurück.
Das ist schon eher ein absoluter Grund zu vermuten, dass der FC drin bleibt.
Er ist nämlich eher der Spieler, der vom Stadion aus in den Dom trifft.
Er kann die Dinger machen, die der FC braucht.
Köln verliert selten deutlich, spielt oft Remis.
Ein paar Törchen mehr helfen hier schon richtig gut.
Mit 8 Toren mehr hätte der FC rein theoretisch 11 Punkte mehr einfahren können – Hallo!
Spielt Köln also eine ähnliche Saison wie in der Hinrunde und Novacovic kann diese acht Buden machen:
Dann ist der FC quasi durch.
Mit Christian Eichner hat sich der FC noch zusätzlich eine guten verpflichtet.

Der Abgang vom klassischen Keeper Mondragon mag schmerzen, doch hat man mit Michael Rensing einen (mir zwar gänzlich unsympathischen aber) qualitativ hochwertigen Keeper geangelt.
Wenn Eichner und Rensing halten, was sie versprechen, sollte es für den FC Köln ein Kinderspiel werden zurückzukommen.
Und darum bleibt Köln auch drin: Ich glaube zwar kaum, dass Pololski die Rückrunde des Jahrzehnts spielt, aber Eichner, Rensing und Novacovic können den FC problemlos aufpolieren. Wenn zu den 15 Punkten der Hinrunde noch mal 20 dazukommen, ist das Ding geritzt.

Aber dann wird es gefährlich für St. Pauli, Bremen und Wolfsburg.
Aber auch die könnten drin bleiben.
Warum?
Darüber mache ich mir im 2. Teil Gedanken.

  • froanc

    Bring bitte mal etwas mehr Struktur (und mathematisches Grundverständnis!!) in deine Artikel rein.
    Danke

  • Jo

    Hey!
    Die Aussage mit der Struktur kann ich vollends nachvollziehen, das Problem ist mir selber klar geworden.
    Ich arbeite daran.

    Was du allerdings mit Mathematischem grundversändnis meinst, ist mir unklar. Nur zur Info: Ich habe vor, Mathematik zu studieren und bilde mir eigentlich ein, das Grundprinzip zu verstehen.

    Gruß

  • froanc

    War ja auch nicht böse gemeint.
    Gladbach hat 10 Punkte; um auf 31 Punkte zu kommen, ist also eine Steigerung um 110% nötig (10P der Hinrunde + (110% + 100%) * 10P = 31P)

  • Jo

    Wie gesagt: Kein Thema, ich bin ja selbst nur daran interssiert meine Artikel zu verbessern. Und das schaffe ich nicht, wenn mir keiner sagt, wo die Fehler sind.

    Nun zum Matheproblem:
    310% entsprechen 3,1
    10×3,1 = 31

    Aber auch ein Rechner, der Prozent ausspuckt sagt:
    10×310% = 31

    Ich bin mir jetzt grad nur nicht sicher ob die Formulierung dann passt. Es müsste wohl “auf” heißen.

    Ich glaube aber, dass deine Rechnung auch nicht ganz stimmt: Es müsste (10P+(210%+100%)) sein, weil ja eine Steigerung AUF 310% nötig ist.

    —> Wir haben jetzt 100%, steigern wir und auf 310 fehlen uns 210%.

    Die richtigen Forumlierungen wären folglich:
    Auf 310%
    oder
    Um 210%

    Oder…?

    Editiert: Gut, du hast insofern recht, dass in der Hinrunde eine Steigerung um 110% hermusst, wenn du davon ausgehst, dass die 10 Punkte gesetzt sind. Insgesamt müssen sich die Punkte aber um 210% steigern.

  • froanc

    Genau, das (Editierte) hab ich gemeint :D